Winter 2010 - Pflanzen und mehr ...

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Winter 2010

Was kommt nach der gr0ßen Kälte?
Viele Gartenbesitzer bereiten sich schon auf den großen Katzenjammer im Frühjahr vor, obwohl bei unseren heimischen Pflanzen keine erfrorenen Ruinen zu erwarten sind, denn sie kennen sich mit diesen Temperaturen aus. Gartengäste aus wärmeren Regionen können sich hier etwas schwerer tun. Ein vorausschauender Gärtner hat dies jedoch bei der Auswahl des Standortes und der Bodenbeschaffenheit bedacht. So sollte es auch hier zu keinen Problemen führen.
Der Winter 2010 in Hamburg unterscheidet sich von den vorhergehenden darin, dass durchgehend Temperaturen deutlich unter O°C herrschten. Dies ist für die Pflanzen angenehmer als das ständige Einfrieren und Auftauen in den vorhergehenden Wintern – sofern man von Winter sprechen konnte. Ein weiterer Pluspunkt ist die geschlossene Schneedecke. Sie schützt den Boden vor Austrocknung und die Pflanzen vor der Kälte. Darüber hinaus ist der Schnee an Tagen mit Temperaturen unter -2°C gefallen, sodass es trockene und somit leichte Flocken waren. So kam es kaum zu Astausbrüchen – zumindest in Hamburg. Alles in allem ein kalter, aber für die Pflanzenwelt vorbildlicher Winter.
Jede winterliche Wetterlage birgt die Gefahr, dass Pflanzen im Frühjahr nicht wieder austreiben. Wie kann man sich vor zu großen Ausfällen schützen? Wichtig ist, dass Pflanzen ihren eigenen natürlichen Winterschutz behalten. Also sollten Stauden im Herbst nicht zurückgeschnitten werden, das Laub unter den Bäumen und Sträuchern schützt den Boden vor Kälte und Austrocknung. Bei mediterranen Pflanzen ist ein moderater Winterschutz mit trockenem Eichen- oder Buchenlaub zu empfehlen.
Sonnige Wintertage – es ist klirrend kalt, die Sonne steht am blauen Himmel und verwöhnt uns mit Ihren warmen Strahlen – was gibt es schöneres als einen schönen Spaziergang, Skifahren oder mit den Kindern zu rodeln. Wir Menschen genießen diesen wunderschönen Tag. Genau an diesem Tag spielen sich bei unseren Gartenpflanzen Dramen ab. Der gefrorene Zellsaft beginnt durch die warmen Sonnenstrahlen zu tauen und wieder zu fließen. Die noch gedehnten Zellwände (gefrorener Zellsaft dehnt sich wie Wasser aus) können dem Zellsaftstrom nicht standhalten und reißen – die Zelle ist zerstört – der Pflanzenteil stirbt ab. Hier kann der Gärtner-Mensch jedoch vorbeugen, indem er von der Südseite mit Tannen- oder Fichtenzweigen Schatten spendet, auch Reetmatten eignen sich hier. Die Kraft der Sonne wird gebremst und der Prozess des Auftauens in den Zellen geht langsamer voran.
Immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum, Rhododendron, Kamelien und Bambus verdunsten auch im Winter Wasser. An sehr kalten Tagen kann man beobachten, dass sich die Blätter zusammenrollen und runter hängen. Dies ist kein Zeichen für eine Schädigung der Pflanze, sondern ein Verdunstungsschutz durch Verringerung der Oberfläche.
Was kann man jetzt noch gutes tun?
- Für das Anbringen von schattenspendenden Zweigen ist es nicht zu spät, da wir in diesem Jahr nur wenige, richtige, sonnige Tage hatten.
-Die Winterlandschaft genießen.
Was sollte man jetzt lieber lassen?
- Eingefrorene Outdoor-Kübel in die warme Stube holen.
- Der Temperaturunterschied wäre zu groß.Schlappende Kübelpflanzen gießen.
- Der Boden und die Wurzeln sind gefroren und können kein Wasser aufnehmen.
Was kann man jetzt gutes tun?
Wenn es wieder wärmer wird ...
- Sollten Sie Ihre Outdoor-Kübel mit Luftpolsterfolie oder anderen isolierenden Materialien eingewickelt haben, sind diese jetzt zu entfernen. Sonst halten sie den Frost unnötig lange im Kübel.
- Wenn der Boden auftaut, Staunässe vermeiden. Wo ist der Schnee nach dem Schneeschieben gelandet? Große Haufen auf nässeempfindlichen Pflanzen sollten entfernt werden. Besonders bei Regenwetter sind nicht ganz aufgetaute Kübelpflanzen von Staunässe betroffen, da das Wasser nicht ablaufen kann. Kübelpflanzen vor Regen schützen.
- Frost entzieht dem Boden Wasser. Kübelpflanzen sollten, nachdem der Ballen ganz aufgetaut ist, kontrolliert werden. Substrate mit einem hohen Torfanteil tauen nur sehr langsam auf! (Torf wurde früher zum Isolieren von Gebäuden genutzt.)
Wie bereite ich mich im Herbst besser auf den nächsten Winter vor?  
- Laub von den Wegen auf die Beete fegen.
- Stauden nicht zurückschneiden.
- Verblühte Rosen nur bis Ende August ausschneiden. Die Entwicklung der Hagebutten erhöht die Winterhärte der Zweige.
- Bei staunässeempfindlichen Pflanzen für eine ausreichende Drainage sorgen.
- Ggf. einen besseren Platz für den Schneehaufen auswählen.

Veröffentlicht: 03. Februar 2010
Mein Nachmittag - NDR Fernsehen
und Online auf der NDR Homepage   

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