Wasserschaden - Pflanzen und mehr ...

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Wasserschaden

Was tun, wenn den Pflanzen das Wasser bis zum Wurzelhals steht?
Unwetter, Gewitter, Starkregen — Petrus meinte es in den letzten Wochen sehr feucht mit uns. Mit dem vielen Wasser in kurzer Zeit kommen nicht alle Pflanzen problemlos klar. Meistens liegt es am Boden, der das Wasser begierig aufsaugt oder davon schwemmt. Wir müssen uns vermutlich auf diese Wetterkapriolen in der Zukunft einstellen. Aber wie?
Der Regen prasselt vom Himmel. Die großen Tropfen fliegen schnell und dicht. Die Sichtweite liegt bei knapp 20 Metern. Nach kurzer Zeit meldet der Regenmesser 25 l pro Quadratmeter. Kein Problem, wenn man hoch wohnt und im gemütlichen Wohnzimmer sitzt. Doch wie ergeht es den Pflanzen im Garten? Die meisten können mit der Situation in diesem Moment gut umgehen. Sie legen sich mit ihren weichen und elastischen Stängeln nieder und trotzen so dem Regen. Blüten lieben Regen nicht, sie zerschlagen und zerflattern.

Dieses Szenario ließ sich in den letzten 6 Wochen häufig beobachten. Nicht flächendeckend, häufig nur sehr regional. Einige Gärten überstehen Starkregen-Ereignisse problemlos, in anderen leiden die Pflanzen sehr. Es kommt teilweise sogar zum Verlust einiger Pflanzen. Die Klimaforscher berichten bereits seit längerem darüber, dass wir uns auf Wetterextreme einstellen müssen.

WAS BEDEUTET DAS FÜR UNSERE GÄRTEN?

Wir sollten prüfen, ob die Bedingungen für die Pflanzen optimal sind, besonders der Wasserabzug im Boden!

„Temporär“ verdichteter Boden
Die prasselnden Tropfen verdichten den Boden und sorgen dafür, dass die "Folgetropfen" nicht mehr einsickern können - mit dem Ergebnis von Pfützenbildung. An Hängen wird der humose Oberboden oft weggespült.
Wie kann der Pflanzenfreund helfen?
Vor dem nächsten Regen, aber möglichst erst, wenn der Boden von Wind und Sonne etwas abgetrocknet ist, sollte mit einem Schuffel (Stieger) oder einem Kultivator (Kralle, Grubber) der Boden gelockert werden. Der so gelockerte Boden trocknet schneller ab. Der für die Wurzeln wichtige Luftaustausch kann wieder stattfinden. Wer vorsorgen möchte kann vor dem nächsten Starkregen Sand in den oberen Horizont des Bodens einarbeiten. Dieser verhindert eine oberflächliche Verdichtung.

Staunässe durch verdichteten Boden
Verdichteter Boden entsteht häufig durch Bautätigkeit an den Gebäuden die im Garten stehen, wenn mit schwerem Gerät Material für den Umbau herangeschafft wird. Nach Beendigung der Arbeiten wird häufig nur Kompost aufgeschüttet und neu bepflanzt. Die verdichtete Schicht verbleibt darunter. Bei starkem Regen verhindert diese dann das Eindringen des Wassers in die Tiefe. Das stehende Wasser lässt die Wurzeln verfaulen. In der Folge vertrocknen die Pflanzen.
Wie kann der Pflanzenfreund helfen?
Eine Lösung ist häufig aufwendig. Die verdichtete Erdschicht muss durchbrochen werden. Graben Sie 40 x 40 cm große Löcher in den Beeten im Garten, in denen leicht das Wasser steht. Die Tiefe richtet sich nach dem verdichteten Horizont. Der Schacht wird dann mit grobem Sand oder Kies aufgefüllt und sorgt so wieder für einen Wasserabzug. Die Anzahl der Schächte richtet sich nach der Stärke des Problems.
Der Einsatz von Erdbohrern erzielt das gleiche Ergebnis, wenn die Lochwandung wiederum durchstoßen wird, da diese durch die Drehung beim Bohren verdichtet wird.
Einige Garten- und Landschaftsbaufirmen besitzen einen Tiefenlockerer, der wiederum an schwerem Gerät montiert den Boden 80 cm tief aufschlitzt und durch Vibration auflockert. Aber das kostet und ist nur an gut zugänglichen Stellen möglich.

Wenn die Stiele abknicken
Bei einigen Pflanzen sind die Stängel nicht ausreichend elastisch und brechen im Regen und Hagelsturm ab.
Wie kann der Pflanzenfreund helfen?
Abgeknickte Stängel oder Zweige sollten mit einer scharfen Gartenschere / Säge entfernt werden, um weitere Schäden durch Ausreißen zu verhindern. Auch bei bereits angebrochenen Pflanzenteilen sollten die Bruchstellen nachgeschnitten werden – besonders bei Bäumen und Sträuchern, aber auch bei Stauden. Wichtig bei Bäumen ist eine Prüfung der Standsicherheit (siehe Verkehrssicherungspflicht)
Wie hätte der Pflanzenfreund vorbeugen können?
Pflanzen, die mit sehr viel Dünger (Stickstoff) versorgt wurden, wachsen sehr stark (mastig) und brechen dadurch leicht ab. Tipp: Die Düngergaben im nächsten Jahr genauer dosieren.
Einige Pflanzen neigen auch bei normaler Ernährung zum abbrechen (zum Beispiel einige Rittersporne). Hierfür gibt es im Handel Pflanzenstützen aus Kunststoff, Bambus oder Eisen die den Pflanzen Halt geben.

Verkehrssicherungspflicht
Bei Bäumen ist eine Prüfung der Standsicherheit nach Sturm und Starkregen wichtig! Es kommt vor, dass die Wurzeln der Bäume im durchweichten Boden keinen Halt mehr finden und der Baum kippt. Dies kann auch noch Stunden nach dem „Unwetter“ geschehen.

Wenn das Wasser nicht nur vom Himmel kommt
Nicht immer steht nur Regenwasser im Garten. Wenn Gräben, Bäche und Flüsse über die Ufer treten, oder noch schlimmer, sich die städtische Kanalisation in Ihrem Garten übergibt, können auch Schadstoffe in den Boden gelangen. In diesem Fall sollten Sie eine Bodenanalyse in Betracht ziehen, bevor Sie Ihr Gemüsebeet wieder herrichten.

Kübel
Wenn möglich, sollte der Pflanzenfreund vor dem Unwetter einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Kleine Gefäße und solche, die leicht umkippen unterstellen. Ist dies nicht möglich, legen Sie die Pflanzen hin, bevor der Wind diese Aufgabe übernimmt. Wichtig, runde Töpfe gegen Wegrollen sichern. Bei großen und schweren Gefäßen die Untersetzer entfernen oder umdrehen, damit das Wasser ablaufen kann. Um den Wasserabfluss aus dem Gefäß zu erleichtern, stellen Sie die Kübel auf flache Leisten.

Rasen
Für Rasenfans gibt es im Handel spezielle Rasenlüfter, die nach Starkregen Ereignissen eingesetzt werden können. Auf kleinen Flächen reicht es, wenn man sich diese - vereinfacht gesagt Nagelbretter - unter die Schuhe schnallt und über den Rasen läuft. Die Nägel stechen Löcher in den Rasen und lassen die Wurzeln wieder durchatmen. Für große Flächen gibt es auch „Walzen mit Nägeln“, die diese Aufgabe übernehmen. Wer kein weiteres Gerät kaufen möchte, kann auch mit der Grabegabel oder mit der Forke Löcher in den Rasen piksen. Der Fachbegriff für diese Tätigkeit ist aerifizieren.

Veröffentlicht: 27. Juni 2016
und auf der NDR Homepage
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