Pflanzenvermehrung durch Stecklinge - Pflanzen und mehr ...

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Pflanzenvermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch krautige Stecklinge bietet sich bei Zimmerpflanzen, Sommerblumen und winterharten Stauden an. Daraus entstehen Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften wie bei der Mutterpflanze.
Wann bietet sich die Stecklingsvermehrung an?
  1.  Grundsätzlich immer dann, wenn kein Saatgut zur Verfügung steht.
  2. Wenn die Mutterpflanze aus einer Kreuzung zweier Pflanzen hervorgegangen ist. Die Jungpflanzen haben dann meistens nicht die gleichen Eigenschaften.
  3. Wenn die Aussaat sich schwierig gestaltet, da es sich um Kaltkeimer handelt.

Wann bietet sich die Stecklingsvermehrung nicht an?
  1.  Wenn es sich um kranke Pflanzen handelt. Viren und Bakterien werden bei der Stecklingsvermehrung übertragen.
  2. Wenn die Pflanzen sehr stark verholzt sind. Es gibt auch die Möglichkeit, Steckhölzer anzufertigen. Diese Technik wird hier jedoch nicht beschrieben.

Welche Möglichkeiten gibt es, Stecklinge zu gewinnen?
Alle Grundorgane der Pflanzen (Blatt, Sproß und Wurzel) bieten die Möglichkeit zur Stecklingsvermehrung. Jedoch hat nicht jede Pflanze in jedem Grundorgan die Regenerationsfähigkeit, die notwendig ist, um Stecklinge erfolgreich zu bewurzeln.
Stecklinge aus dem Sproß
  1.  Kopfstecklinge: Oberstes Ende eines Sprosses. Länge 2 bis 4 Blattknoten. Beispiele: Fuchsien, Geranien, Margeriten.
  2. Teilstecklinge: Alle Stücke, die dem Kopfsteckling nach unten folgen. Gleiche Länge. Beispiel: Kletter- und Rankpflanzen, wie Efeu u. ä.
Der gerade Schnitt im rechten Winkel wird etwa ein Messerrücken unterhalb des Knotens „ziehend“ durchgeführt. Das Gewebe muss noch weich sein. Beim Schneiden darf das Gewebe nicht gequetscht werden.
Stecklinge aus dem Blatt
  1. Blattstecklinge: der Blattstiel wird mit dem ganzen Blatt in die Erde gesteckt. Beispiel: Usambaraveilchen
  2. Blattteilstecklinge: Aus dem Blatt werden Segmente herausgeschnitten und in die Erde gesteckt. Beispiel: Knollenbegonien oder Drehfrucht. (Achtung: große Schnittflächen bergen die Gefahr der Fäulnis!
Auch bei Stecklingen aus dem Blatt muss sehr sauber geschnitten werden. Das Gewebe darf nicht gequetscht werden.
Stecklinge aus den Wurzeln
  1. Wurzelstecklinge: Wurzelabschnitte von 3 bis 5 cm Länge werden in der Erde ausgelegt. Beispiel: Pflanzen (meistens Gartenpflanzen), die dazu neigen, sich über Ausläufer auszubreiten.
  2. Knollenteilung: die Knollen werden je nach Größe in 2 bis 4 Teile geschnitten und getopft. Beispiel: Knollenbegonien.
  3. Vermehrung durch Zwiebelschuppen: Die Zwiebel wird vorsichtig auseinander gezogen und die Zwiebelschalen werden in Erde getopft. Beispiel Lilien.

Kopf-, Teil- und Blattstecklinge
Nach dem Stecken in die Erde verdunsten die Stecklinge weiterhin Wasser über die Blätter. Durch das Fehlen der Wurzeln kann es zu Welke-Erscheinungen kommen. Hier hilft eine aufgeschnittene PET Flasche, die über die Stecklinge gestülpt wird. Im Innenraum der Flasche bildet sich jetzt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen verlieren so weniger Wasser. Einige Pflanzen wie Geranien und Pflanzen mit behaarten Blättern mögen keine hohe Luftfeuchtigkeit. Hier die Flasche ganz weglassen oder regelmäßig lüften.

Tipp
Damit der Steckling nicht umknickt beim Stecken, wird mit einem Schaschlikstab oder einem Nagel ein kleines Loch in die Erde gedrückt. Dieses sollte jedoch nicht zu tief sein. Die Schnittfläche des Stecklings muss Erdkontakt haben, um Wasser aufzusaugen. Nach dem Stecken kräftig angießen, so „schwemmt" der Steckling gut in der Erde ein.

Welche Erde?
Es sollte ein humoses und torffreies Substrat sein. Bei Kakteen und anderen Sukkulenten kann bis zu 70 Prozent Sand untergemischt werden.

Wie lange dauert die Bewurzelung?
Dies hängt ganz von der Pflanze ab. Fleißiges Lieschen und Dreimasterblume bewurzeln in zwei bis drei Wochen. Die Blattstecklinge des Bogenhanfes benötigen schonmal gut ein halbes Jahr, bis sich der neue Trieb zeigt.

Besonderheiten
  1. Blattstecklinge der Porzelanblume: Sie bewurzeln sehr sicher, bleiben aber bewurzelte Blätter. Es bildet sich kein Trieb und somit auch keine Blüten.
  2. Blattstecklinge von Zamioculcas: Sie treiben schneller aus, wenn man den Steckling nach etwa fünf Wochen aus der Erde nimmt. Es hat sich eine kleine Knolle gebildet, diese wird so eingepflanzt, dass sie noch Licht abbekommt.
  3. Blattstecklinge von der gelbrandigen Bogenhanf-Sorte: Diese bilden nur rein grüne neue Blätter. Um den gelben Blattrand zu erhalten, muss man ein Stück des Rhizoms teilen.

Stecklinge im Wasserglas
Natürlich lassen sich viele Pflanzen auch sicher im Wasserglas bewurzeln. Sobald man größere Mengen vermehren möchte, ist die Vermehrung direkt in der Erde ökonomischer. Einige Pflanzen mit empfindlichen Wurzeln ersticken im Wasserglas. Hier ist dann eine sandige Erde gefragt.
 
Viel Spaß und Erfolg bei der Stecklingsvermehrung.
Fragen?   
Fragen zur Stecklingsvermehrung können Sie jederzeit per Email oder am Tag der NDR 90,3 Sendung "Gartentipps des Monats" telefonisch (08000 903 903) stellen. Dann haben wir die Möglichkeit, Sie in der Sendung zurückzurufen und Sie persönlich zu beraten.   
Veröffentlicht: 08. März 2017
und auf der NDR Homepage
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