Die Aufgaben der Rosenschere im Spätsommer - Pflanzen und mehr ...

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Die Aufgaben der Rosenschere im Spätsommer

Grundsätzlich ist festzustellen, dass ein permanentes Herumschnippeln an den Pflanzen von diesen nicht als Wohltat empfunden wird. Jeder Schnitt fügt der Pflanze eine Wunde zu, über die Krankheiten eindringen können. Pflanzen, die in der freien Natur ihr Zuhause haben, werden auch nicht geschnitten und die Pflanzen überleben. Dennoch sind im Garten gut überlegte Schnittmaßnahmen sinnvoll.

Amboss- oder Bypass-Schere
Wenn die Scheren neu sind, schneiden beide Typen gleich gut. Nur wenn die Schere in die Jahre kommt und stumpf geworden ist, lässt sich eine Bypass-Schere mit Hausmitteln leichter wieder schärfen. Eine Amboss-Schere beginnt schneller, die Triebe zu zerquetschen. Dies ist für die Wundheilung der Pflanze nicht gut. In diesem Fall sollte die Klinge der Amboss-Schere gegen eine neue, scharfe Klinge ausgewechselt werden.
Tipp: Schon beim Kauf der Rosenschere darauf achten, ob man die Klinge leicht wechseln kann!
Rosen
Jetzt zu Beginn des Monats August werden die verblühten Blüten der Rosen ein letztes Mal mit der Rosenschere ausgeputzt. Das Entfernen der Blüten fördert die Bildung neuer Knospen. Blüten, die ab Mitte August bis zum ersten Frost verblühen, sollten an der Pflanze bleiben und dürfen sich zu Hagebutten entwickeln. Dieser Prozess lässt auch im Holz der Rosen die Vorbereitungen auf die Winterruhe beginnen. Werden die Blüten bis zuletzt ausgeputzt, haben die Rosenstöcke es im Winter schwerer. Darüber hinaus bilden sich auch nicht nennenswert mehr Blüten. Die Hagenbutten sind bei Raureif im Winter attraktiv und dienen als Vogelfutter. Von Wildrosen können die reifen Hagebutten geerntet werden und zu Marmelade oder Tee weiterverarbeitet werden.
Stauden
Ein Ausputzen der abgeblühten Triebe von Gartenstauden führt jetzt nicht mehr zu einem weiteren Flor. Im Gegenteil, es werden alle Blätter benötigt, um Energie für die unterirdischen Speicherorgane bereitzustellen. Diese sorgen für das Einlagern von Reserven und ermöglichen damit einen kräftigen Austrieb im nächsten Frühjahr.
Entfernen von Früchten
Ein Entfernen von Früchten / Samen ist nur notwendig, wenn die Pflanze dazu neigt, sich in den Beeten stark auszusäen. Hier sollten die Fruchtstände vor der Reife und dem Aufplatzen und Ausstreuen entfernt werden. Alle anderen Fruchtstände verbleiben an den Pflanzen. Auch sie können im Winter dekorativ sein oder als Tierfutter dienen. Das Ausbilden von Früchten / Samen schwächt die Pflanzen nicht, sondern gehört – hormonell – zur Vorbereitung auf den Winter.
Rückschnitt von Sträuchern
Hortensien, Rosen, Sommerflieder und Co. sollten erst nach der Frostperiode im nächsten Frühjahr erfolgen. Da die Pflanzen in strengen Wintern dazu neigen, zurückzufrieren (= durch Kälte und/oder Sonneneinstrahlung sterben Zellen im Bereich der Triebe ab).
Sind andere Sträucher, die weniger frostempfindlich sind, im Laufe des Sommers zu groß geworden, können diese jetzt oder besser ab September wieder in Form gebracht werden. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass Pflanzen wie Forsythien die an Trieben blühen, die in diesem Jahr gewachsen sind, im nächsten Jahr nicht blühen können, da die Zweige entfernt wurden.
Schnittführung: Beim Schneiden von Gehölzen sollte man nicht blind drauflos schnippeln. Entscheidend für einen "formschönen Austrieb" im nächsten Jahr ist die Stellung des letzten verbleibenden Auges (Knospe) am Zweig. Dieses sollte immer nach außen zeigen. Triebe, die sich aus Augen bilden, die nach innen zeigen, wachsen in bzw. durch die Pflanze. Dies sieht nicht nur unschön aus, sondern führt auch zu Scheuerstellen, an denen Krankheiten eindringen können.
Tipp: Beim gründlichen Gehölzschnitt im Winter (bis Ende Februar) sollten alle diese Zweige entfernt werden. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass der Schnitt schräg etwa 1 bis 2 cm über dem ausgewählten Auge erfolgt. Schnitte mit größerem Abstand führen zu "Kleiderhaken" - wie der Gärtner es nennt. Diese Kleiderhaken sind nicht nur unschön, sondern bieten auch Eintrittspforten für holzzersetzende Pilze und andere Krankheitserreger.

„Pflanzenschutz" mit der Rosenschere
Als „Not- oder Sofortmaßnahme" lassen sich natürlich Pflanzenteile, die von Pilzen oder tierischen Schädlingen befallen sind, mit der Schere entfernen und über die Biotonne entsorgen. Diese Plagegeister ist man erst einmal los. Allerdings ist es auf Dauer keine Lösung, denn durch das Entfernen von Blattmasse wird die Pflanze in ihrer Entwicklung geschwächt und geschwächte Pflanzen sind wiederum anfälliger für Schädlinge. Eine gesunde und kräftige Pflanze kann einen Schädlingsbefall ertragen, bis die natürlichen Gegenspieler eingetroffen sind. Pflanzen, die jedes Jahr unter Pilzerkrankungen leiden, stehen am falschen Platz, werden verkehrt gedüngt oder gegossen (siehe hierzu LINK) oder die Sorte ist nicht geeignet und sollte durch eine pilzresistente Sorte ersetzt werden.
Schmetterlings-Orchideen
Auch die Blüten der Schmetterlings-Orchideen (Phalaenopsis) auf der Fensterbank verblühen einmal. Bei einigen Pflanzen werden die Blütenstiele schnell gelb und treiben nicht wieder aus. Diese können direkt an der Pflanze entfernt werden. Andere Pflanzen treiben an den alten Blütenständen wieder aus und bilden so schnell neue Blütentriebe. Bei diesen Pflanzen sollten Sie jedoch bedenken, dass alle 2 Jahre im Februar / März das Substrat gewechselt werden sollte. Der Substratwechsel ist stressig für die Pflanzen und wird besser vertragen wenn die Pflanzen nicht blühen.
Aussichten für die Rosenschere im Winter
Hier gibt es sicherlich einiges zu tun. Zweige, die „durch" die Pflanze wachsen, sollten bereits im dünnen Zustand mit der Rosenschere entfernt werden, um die Schnittwunden klein zu halten. Pflanzen, die im Sommer unter Pilzerkrankungen leiden, sollten ausgelichtet werden, damit mehr Licht und Luft in die Krone kommt. Das macht es den Pilzen schwerer.
Die Rosenschere rettet keine Pflanzfehler! Wenn man die Pflanzen vor Jahren – weil sie noch klein waren – zu dicht gesetzt hat, helfen nur ein scharfer Spaten und das Umsetzen der einen oder anderen Pflanze an einen anderen Standort mit mehr Platz.

Veröffentlicht: 03. August 2015
und online auf der NDR Homepage

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