Weiterhin im Trend: Giftige Kopfbedeckungen - Pflanzen und mehr ...

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Weiterhin im Trend: Giftige Kopfbedeckungen

Die Teilnehmer bei der Abstimmung zur Giftpflanze des Jahres haben sich auch im Jahr 2006 wieder für eine Pflanze entschieden, die den Namen einer Kopfbedeckung trägt. Nach dem der Eisenhut zur Giftpflanze des Jahres 2005 gewählt wurde, erhielt das Pfaffenhütchen bei der zweiten Abstimmung dieser Art die meisten Stimmen. Dies ist für mich Grund genug die Reihenfolge in der Baumserie zu ändern. Die für diese Ausgabe angekündigten Porträts von Linde und Weide werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Das Pfaffenhütchen
gehört sicherlich nicht zu den Riesen im Pflanzenreich und wenn man die Definition genau nimmt, ist die Giftpflanze des Jahres 2006 mit einer maximalen Höhe von rund sechs Metern ein Großstrauch und kein Baum. Immerhin hat es sich in der Vorschlagsrunde in der Gruppe der Gehölze gegen Bäume wie Goldregen, Eibe
oder Scheinakazie durchgesetzt.

Erst im Herbst macht der Strauch mit seinen interessanten Früchten auf sich aufmerksam. Das ganze Jahr über ist der Strauch an seinen vier Korkleisten, die die vierkantige Form der Zweige betonen, gut zu erkennen. Die Blätter sind gegenständig angeordnet. Es kommt jedoch häufig vor, dass die Blätter und damit auch die Augen, sich nicht hundertprozentig auf der gleichen Höhe befinden. Auch diese leicht versetzte Gegenständigkeit ist charakteristisch für die Pflanze. Sie ist im unbelaubten Zustand auch an der Verzweigung gut zu sehen.

Nachdem sich die einfachen länglichen Blätter entwickelt haben, erscheinen in den Monaten Mai und Juni die unscheinbaren Blüten mit den kleinen weißen Blütenblättern. Diese werden von vielen Insekten gern aufgesucht. Nach der Bestäubung entwickeln sich die Früchte, die sehr früh die typische viereckige Form aufweisen. Bereits im September reifen die ersten Früchte aus, das „Pfaffenhütchen“ öffnet sich und die leuchtend orangenfarbenen Früchte werden sichtbar.

Verschiedene Vögel, vorneweg das Rotkelchen, freuen sich über die Früchte. Die Samen jedoch werden nicht verschluckt, sondern nach kurzem Transport ausgespuckt. So tragen die Vögel zur Verbreitung der Pflanzen bei.

Bereits der Verzehr weniger Früchte, Blätter oder Zweige kann bei Mensch und Tier zu Vergiftungserscheinungen führen. Zuweilen führen diese auch zum Tod.

Diese tödliche Wirkung auf Tiere hat sich der Mensch früher zu Nutzen gemacht, indem er die Früchte getrocknet und gemahlen als Insektenvernichter eingesetzt hat. Daraus lässt sich schließen, dass die Giftwirkung auch im getrockneten Zustand der Pflanzenteile erhalten bleibt.

Aus dem festen und hellen Holz wurden Spindeln hergestellt. Damit erklärt sich auch ein weiterer deutscher Name: Spindelholz. Apropos Name, der botanische Name lautet Euonymus europaeus. Der Artname (europaeus) beschreibt die europäische Heimat der Pflanze. In einigen Pflanzenbüchern und Katalogen ist auch die Schreibweise Euvonymus gebräuchlich.

Veröffentlicht:
Zeitschrift: NaturErleben 2006/1

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