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Märchenhafte Pflanzen

Es war einmal … So beginnen die meisten Märchen der Gebrüder Grimm. Anders ist es jedoch in Dänemark. Hans Christian Andersen erzählt Märchen aus der Vergangenheit, an die man auch heute noch glauben kann.

Da ist zum einen das Märchen von Mutter Holunder oder dem Fliedermütterchen. Der Holunder ist auch im deutschsprachigen Raum der Wohnsitz einer Märchengestalt — der Frau Holle. Vielleicht sollten Sie, bevor Sie weiterlesen, eine Kanne Holunderblütentee oder Holunderblütenlimonade zubereiten.

Das Aroma der Holunderblüten wird sicherlich Mutter Holunder erreichen und Sie werden mit ihr - wie der Junge im Märchen - eine wunderschöne Reise in Ihre Welt der Erinnerungen machen.

Märchen von Hans Christian Andersen sind nicht immer so schön und glücklich. Manchmal heben sie auch mahnend den Finger, der ursprünglichen Natur ihre Freiheit zu bewahren. Das Gänseblümchen ist in seiner Bescheidenheit glücklich und zufrieden. In Gänseblümchens Augen stehen die kultivierten Blumen im Garten umso hochmütiger, je weniger Duft sie verströmen. „Die Bauernrosen blasen sich auf, um größer als die Rosen zu sein." Auch die steifen Tulpen kommen trotz ihrer Farbenpracht nicht besser weg. Andersen beschreibt das Gänseblümchen sehr treffend als „süße kleine Blume mit Gold im Herzen und Silber im Kleid." In der Geschichte hat es auch ein goldenes Herz, in das es eine kleine Lerche einschließt, die so schön und deutlich sang. Als eben diese Lerche neben dem kleinen Gänseblümchen landete, drohte das kleine Herz bald überzulaufen, als der Vogel die Blüte küsste. Doch das Glück dauerte nicht lange. Zwei Buben fingen den Vogel ein und sperrten ihn in einen Käfig ohne Wasser. Mit einem scharfen Messer schnitten die Buben nun auch die Grassode, in der das Gänseblümchen mit dem mittlerweile gebrochenen Herzen wuchs, aus. Diese landete unvermittelt als Boden in dem Vogelkäfig. Der arme Vogel klagte laut über die verlorene Freiheit und den trockenen und brennenden Hals. Denn für den Vogel und die Blume gab es kein Wasser. Am nächsten Morgen war der kleine Vogel nicht mehr am Leben. Die Buben weinten viele Tränen und begruben das Tier in einem niedlichen Grab. „Aber der Rasenfleck mit dem Gänseblümchen wurde auf die Landstraße geworfen. Niemand dachte an sie, die doch am meisten für den kleinen Vogel gefühlt hatte und ihn so gerne getröstet hätte!"

Eigentlich gehört auch zum Gänseblümchen ein Rezeptfenster, jedoch traue ich mich nach diesem Märchen kaum eines niederzuschreiben. Vielleicht ernten Sie, bevor Sie das nächste Mal Rasen mähen, die niedlichen Blüten und dekorieren damit Ihren frischen Salat. Der nussige Geschmack der Blüten wird Ihnen gefallen. Die Blattrosetten sollten jedoch in der Erde bleiben, damit die Freundschaft zwischen Gänseblümchen und Lerche wieder aufblühen kann.

In dem Märchen „Der Schmetterling" spielt auch ein Gänseblümchen namens Margarete eine wichtige Rolle als Liebesorakel, das etwas zickig schweigt, weil es als „Frau Margarete" angesprochen wurde, obwohl es noch Jungfrau war. Daraufhin flog der Schmetterling das ganze Jahr von Blüte zu Blüte. Bei wem er letztendlich gelandet ist, erzählt das Märchen viel ausführlicher. Denn die Moral lässt sich nicht zusammenfassen.

Andersen wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Hinterlassen hat er schöne Märchen, in denen man auch an grauen Tagen, ohne das Haus zu verlassen, die NaturErleben kann. Erleben Sie Birken und Brennnesseln, Erbsen und Disteln, Sümpfe und Seen, Störche und Tauben, arme und reiche Menschen sowie viele weitere Erdenbewohner aus Flora und Fauna, indem Sie ein Märchenbuch aufschlagen oder ganz modern im Internet (http://gutenberg.spiegel.de/) in den alten dänischen Märchen stöbern.


Veröffentlicht:
Zeitschrift: NaturErleben 2005/2

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