Spontane Lückenfüller im Garten - Pflanzen und mehr ...

Pflanzen und mehr ...
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Spontane Lückenfüller im Garten

Ein- und zweijährige Pflanzen
Ein- und Zweijährige Pflanzen sind im Garten nicht so standorttreu wie Stauden und Gehölze. Dies liegt an ihrer Lebensweise, die es bedingt, sich jedes Jahr neu auszusäen. Dies gelingt jedoch nur dann erfolgreich, wenn der Gärtner nicht jeden verblühten Blütenstand entfernt, um die Bildung und das Ausreifen der Saat zu ermöglichen. Des Weiteren sollten freie Plätze mit offenem Boden im Garten vorhanden sein, an denen der Gärtner nicht jeden Sämling sofort als "Unkraut" entfernt.
Wie leben diese Pflanzen?
Betrachten wir zunächst die einjährigen Pflanzen. Die Pflanzen, die zu dieser Gruppe zählen, erreichen in der Regel ihren ersten Jahrestag nicht. Sie weisen keine Speicherorgane auf. Ihr ganzer Lebensinhalt zielt darauf ab, zu blühen und so möglichst viel Saat zu produzieren, um die Art - auch im nächsten Jahr - zu erhalten. Der Umstand der Blühfreudigkeit garantiert ihnen auch die Bewunderung in unseren Gärten. Wir unterscheiden "sommeranuelle Pflanzen" von "winteranuellen Pflanzen". Die sommeranuellen Pflanzen keimen von April bis Mai, blühen im Sommer und streuen ihre Saat im Spätsommer bis Herbst aus. Die Saat der heimischen Pflanzen übersteht die Kälte im Winter sicher, auch einige Saaten von Pflanzen ohne Frost im Winter überleben im Beet. Die winteranuellen Pflanzen keimen im Juni / Juli, haben eine gegebenenfalls eine erste Blütezeit im Spätherbst (wie das Stiefmütterchen) und blühen dann nach der Schneeschmelze im Frühjahr, um die Saat im Frühsommer auszustreuen.
Die Lebensweise der zweijährigen Pflanzen ist deutlich komplizierter! Beginnen wir mit der Keimung. Diese kann je nach Pflanze im Frühjahr oder im Herbst erfolgen. Bis zum Winter wird - meistens - eine "bodenständige Rosette" ausgebildet. So gehen die Pflanzen in den Winter. Mit dem Beginn der zweiten Wachstumsperiode werden ein - oder mehrere - Stängel mit Blüten gebildet.
Wie können wir die Pflanzen im Garten unterstützen?
Sommeranuelle Pflanzen wie Sonnenblumen benötigen kaum Hilfe. Der Gärtner kann Saat aus den reifen Blütenständen vor den Vögeln in Sicherheit bringen. Zur Lagerung werden die Saatkörner ca. 4 Wochen an der Luft getrocknet und dann im Kühlschrank in einer luftdicht schließenden Dose bis Ende April eingelagert.
Winteranuelle Pflanzen wie Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht werden im Saathandel angeboten oder können bereits im Spätsommer blühend im Fachhandel gekauft werden. Werden die Pflanzen im Freien überwintert, blühen diese jedoch deutlich später, als die in den Gärtnereien frostfrei kultivierten Pflanzen, die im März in den Handel kommen. Bei Primeln und Tausendschönchen (Bellis) handelt es sich um Stauden, die mit den Winteranuellen zusammen im Frühjahr angeboten werden.
Zweijährige Pflanzen wie Fingerhut und Stockrose benötigen, wie die Sommeranuellen, kaum Hilfe. Wie bereits beschrieben, kann Saat geerntet werden, um die Pflanzen gezielt an einem anderen Platz im Garten zu positionieren. Dies kann aber auch durch vorsichtiges Umpflanzen der einjährigen Rosetten im zeitigen Herbst erfolgen. In einigen Jahren ist es durchaus sinnvoll, die ausgeblühten Blütenstände zu dezimieren, um der Flut der nachwachsenden Pflanzen Herr zu werden. Betreten die Blüten der zweijährigen Pflanzen nur alle zwei Jahre die Bühne Ihres Gartens, sollten Sie die Saat ein Jahr aufbewahren und im Herbst des Jahres ohne Blüten ausstreuen.
Fotoporträts ein- und zweijähriger Pflanzen, die sich leicht im Garten dauerhaft ansiedeln lassen:
Sonnenblume (Helianthus annuus)
Sonnenblumen vertragen einen Umzug nach der Keimung nicht gut, daher an Ort und Stelle aussäen. Vögel picken die Saatkörner gern aus der Erde. Dies passiert auch bereits gekeimten Jungpflanzen. Legen Sie gern drei Saatkörner an einen Aussaatplatz. Es keimen nicht immer alle Körner und wenn doch sieht es äußert dekorativ aus.
Stockrose (Alcea rosea)
Stockrosen wachsen am besten an Orten, die sie sich selbst ausgesucht haben. Dies können durchaus auch ungemütlich enge Pflasterfugen sein. Leider treten im Laufe des Sommers immer unschöne rote Punkte auf den Blättern auf. Es handelt sich hierbei um Stockrosenrost. Dieser geht nicht auf andere Pflanzen über. Die pollenreichen Blüten sind ein wahres Paradies für Bienen und Hummel. Eine Gefahr geht jedoch weder von den Pollen (Pollenallergie), noch von den Insekten aus. Diese sind viel zu beschäftigt, als dass sie Zeit hätten, um sich um uns Menschen zu kümmern.
Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis)
Das Patagonische Eisenkraut blüht vom Hochsommer bis zu den ersten Frösten sicher und durchgehend. Die violetten Blüten sind ein schöner Kontrast zu anderen Blüten. Dies ist besonders bei tiefstehender Sonne am Abend zu erleben.
Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana)
Auch Stiefmütterchen neigen dazu, sich im Garten wieder auszusäen. Voraussetzung ist jedoch, man gewährt den Pflanzen einen Platz bis zum "bitteren Ende" im Garten, also auch dann, wenn sie nicht mehr so dekorativ sind.
Veröffentlicht: 26. Juli 2016
und auf der NDR Homepage
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