Kübelwelten – mediterran / heimisch / nützlich - Pflanzen und mehr ...

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Kübelwelten – mediterran / heimisch / nützlich

Oasen im Garten, auf Terrasse oder Balkon
Hier in den Kübelwelten geht es um alle nur erdenklichen Gefäße, in denen Pflanzen wachsen. Unabhängig, ob diese eigens für die Kultur von Pflanzen hergestellt wurden oder durch Upcycling angepasst werden.
Die Kübelauswahl
(Kunststoff – Terracotta – Zink – Weide – Holz – Upcycling)
Chic ist, was gefällt!? Natürlich muss es in diesem Fall beiden gefallen. Der Gärtnerin / dem Gärtner und der Pflanze, die in dem Gefäß lebt und prächtig gedeihen soll. Die unterschiedlichen Geschmäcker der Menschen möchte ich an dieser Stelle einmal außer Acht lassen und mich auf die Wünsche der Pflanzen und die Haltbarkeit der Gefäße konzentrieren.
  • Der Kunststoffkübel
    besitzt viele Vorteile! Er ist leicht, durch seine Wandung verdunstet kein Wasser und an der glatten und trockenen Oberfläche haften keine Wurzeln an, die beim Umtopfen abreißen und empfindliche Pflanzen schädigen könnten. Nachteile: Er hält die Erde länger feucht, da kein Wasser durch die Wandung verdunstet (Widersprüchlich? Ja, aber die Ansprüche der Pflanzen sind eben sehr unterschiedlich.) Die Haltbarkeit ist begrenzt, durch die Sonneneinstrahlung und im Laufe der Zeit entweichen die Weichmacher aus dem Kunststoff, dieser wird dann spröde und bricht leichter.
  • Der Terracottakübel und der Tontopf Vorteile: Über viele Jahre haltbar, eine Anschaffung fürs Leben. Nachteile: Es handelt sich um schwere Gesellen. Wenn die Gefäße nicht lackiert sind, entweicht Wasser durch die poröse Wandung. Das Wasser verdunstet an der Außenwand und hinterlässt eine unschöne weiße Kalkpatina oder es entwickeln sich Moose und Flechten, sodass regemäßig gereinigt werden muss, wenn dieser Belag nicht gefällt. Mein Tipp: Richten Sie schöne, in den Garten passende und der Kübelgröße entsprechende Pflasterflächen ein. Bitte keine Waschbetonplatten – denn ich sprach von schönen Pflasterflächen. Hier können Sie große und schwere Terracottakübel dauerhaft unterbringen, vorausgesetzt die Gefäße sind frostsicher! Die Pflanzen setzten Sie in der Größe angemessene Kunststofftöpfe und stellen diese dann in den Terracottakübel. Vorteile: kein Tragen des teuren und schweren Terracottakübel ins Winterquartier, nicht so schnell oder kein unschöner Belag.
  • Die Zinkwanne
    Vorteile: Haltbar und leicht. Nachteile: Bei dauerhaftem Einwirken von feuchter Erde beginnen auch Zinkwannen zu rotten. Das Zink wird zersetzt und von den Pflanzen aufgenommen. Dies kann bei empfindlichen zu Pflanzen tödlichen Zinkvergiftungen führen. Abhilfe schafft hier das Ausschlagen mit einer Kunststoff- oder Teichfolie oder, wie oben beschrieben, die Verwendung eines Kunststofftopfes.
  • Der Weidenkorb
    Vorteil: Leicht. Nachteile: Auch hierbei handelt es sich um ein Naturprodukt, das schnell zersetzt. Insofern macht es Sinn, den Weidenkorb mit einer Folie auszuschlagen oder nur als dekorativen Übertopf zu verwenden.
  • Der Holzkübel
    Vorteile: Der Holzkübel aus Lärchenholz wird sogar in Baumschulen mit Bäumen bepflanzt. Er ist etwa 10 Jahre haltbar und hält somit problemlos bis zum nächsten Umtopfen der Pflanze. Nachteile: Ab einer gewissen Größe ist er im privaten Bereich nicht mehr transportierbar.
  • Upcycling
    Wenn es der Pflanze gefällt, sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt. Worauf ist zu achten? Erstens: Das „Gefäß“ muss ausreichend groß und standsicher sein, damit es nicht zu Unfällen kommt.
    Zweitens: Das Substrat (Blumenerde) muss im Gefäß bleiben und begossen werden können, überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Hier kann man meistens mit einer Bohrmaschine nachhelfen.
    Drittens: Die Haltbarkeit sollte dem Umtopf-Intervall der Pflanze angepasst sein und so lange „formstabil“ bleiben.
    Ideen: Schubladen (mit und ohne Schrank), Autoreifen (wo sie hinpassen, eventuell mit Farbe nachhelfen), alte Waschmaschinentrommeln, Schüsseln, Terrinen und Kellen von nicht mehr verwendeten Geschirren und Bestecken, Taschen, Schuhe, mit Nadel und Faden modifizierte Jeanshosen. Quasi alle ausreichend großen „Mulden“, die sich in Ihrer Umgebung befinden und für dekorativ erklärt werden. Ausgenommen Gefäße, in denen sich zuvor für Pflanzen und Umwelt, schädliche Stoffen befanden.
Die Pflege (Nährstoffversorgung – Bewässerung – Standort)
Kübelpflanzen sind immer „Pflegefälle“ und vom pflegenden Menschen abhängig!
 
Eine Pflanze, die im Erdreich lebt, kann – nach ihren Möglichkeiten - auf Wasser- und Nährstoffsuche gehen. Die Kübelpflanze ist hier maximal eingeschränkt. Sie kann den Kübel nicht verlassen. Macht sie es dennoch, verstopfen die Wurzeln mit der Zeit die Wasserabzugslöcher und es kommt im Topf zu einer tödlichen Staunässe!
 
Die Aufgaben des Gärtners sind leicht umrissen: Nährstoffe, Wasser, Licht und Wärme im richtigen Verhältnis zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Pflanzen mit hohem Wasser und Nährstoffbedarf sollten in einem Untersetzer stehen. Üppige Wassergaben spülen auch immer Nährstoffe aus dem Substrat im Gefäß in die Umgebung des Gefäßes und somit auch in das Grundwasser. Der Untersetzer fängt Wasser und Nährstoffe auf und stellt sie dem Substrat zur Verfügung. Um Staunässe zu vermeiden, sollte das Wasser nach einer Stunde abgegossen werden. Kübel und Untersetzter (ca. 5 €) sind übrigens eine kostengünstige Alternative zu den Kübeln mit eingebautem Wasserspeicher (ca. 20 €, bei gleichem Durchmesser!).
 
Kommen wir zur Pflanzenernährung: Hierzu gehören das Substrat und die regelmäßige Nachdüngung. Häufig wird viel Geld für Pflanzen ausgegeben und dann beim Substrat gespart, mit dem Ergebnis, dass die Pflanzen nach einer halben Saison Probleme machen. Das Substrat ist meist strukturarm und vernässt schnell und bietet so den Wurzeln keinen ausreichenden Luftaustausch – Ergebnis die Wurzeln sterben langsam ab. Weitere Empfehlungen zum torffreien Gärtnern finden Sie beim NABU. Für die Düngung empfehle ich mineralische Düngemittel. Diese sind direkt pflanzenverfügbar. Das bedeutet, die Pflanze hat auf die Nährstoffe direkten Zugriff. Damit der Dünger auch bei der Pflanze ankommt und nicht beim Gießen wie bereits beschrieben ausgespült, wird empfehle ich kunstharzummantelte Dünger. Diese Dünger sind etwas teurer, zeigen jedoch eine exzellente Wirkung. Diese Dünger führen meistens den Ausdruck „cote“ im Namen und wirken bis zu 6 Monaten und bedürfen nur einer Anwendung pro Saison.
 
Die gärtnerische Aufgabe, die das meiste Fingerspitzengefühl verlangt, ist das Gießen. Pflanzen reagieren auf Trockenheit und zu viel Wasser leider immer gleich! Sie schlappen! Warum? Bei Trockenheit ist kein Wasser vorhanden, das die Wurzeln aufsaugen können. Bei zu viel Wasser, verfaulen die Wurzeln, also sind keine Wurzeln da die das Wasser aufsaugen könnten. Im ersten Fall ist die Abhilfe schnell herbeigetragen. Bei der Vernässung muss zunächst der Wurzelballen trockengelegt werden. Hier hilft ein Stapel Zeitungspapier, auf den Ballen ohne Topf gestellt wird. Dann muss die Pflanze neuen Mut schöpfen und wieder Wurzeln bilden, die Pflanze darf dann zunächst nur sehr vorsichtig gegossen werden.
 
Um den richtigen Standort für eine Pflanze zu ermitteln, empfehle ich als erstes das Etikett oder die Empfehlungen zu lesen, die auf den Topf oder die Umverpackung aufgedruckt sind. Diese Informationen sind dann mit den Gegebenheiten abzugleichen, die Sie bieten können. Passt alles gut zusammen, kann die Pflanze gekauft werden. Zuhause angekommen, sollte das Internet nach Pflegetipps durchsucht werden. Für jede Pflanze gibt es mittlerweile einen Spezialisten, der im Internet eine ausführliche Pflegeanleitung für unser Klima hinterlassen hat. Stimmen Licht (sonnig bis schattig), Temperatur und Luftfeuchtigkeit am Standort nicht mit den Ansprüchen der Pflanze überein, ist eine erfolgreiche Pflege kaum möglich.
Denn eine (Kübel-) Pflanze ist mehr als ein kurzweiliger Blumenstrauss
— sie ist ein Lebewesen!
Der Umzug (vom Winterquartier ins Freiland)
Das Schöne an Kübelpflanzen ist, dass sie sich nach einer optimalen Überwinterung ab dem zweiten Jahr erst richtig entfalten. Jedoch, kein Winterquartier in Deutschland bietet optimale Bedingungen. Es ist immer zu dunkel! Ja, auch die Überwinterung im Gewächshaus gehört dazu. Warum? Betrachten wir einmal den letzten Winter (2015/2016). Er war geprägt von wolkigen Tagen mit und ohne Regen und kaum Schnee. Sonnige, frostige Tage? Fehlanzeige! Auch, wenn wir uns Menschen bei Tage mit dem wenigen Licht, das durch die Wolken dringt, orientieren können, ist es für die Pflanzen nicht ausreichend zum Wachsen.
Unsere Hauptaufgabe ist es also, die Pflanze wieder an die Sonne zu gewöhnen. Hierzu eignet sich besonders das „Hamburger Schmuddelwetter“ im Mai – die Tage sind bewölkt und es herrscht eine Temperatur zwischen 15 C° und 20 C°. Hat der Wetterbericht diese Wetterlage einmal nicht im Angebot, eignet sich der Schatten eines Baumes oder die Nordseite eines Hauses. Von hier aus kann die Pflanze – je nach Witterung - alle 2-4 Tage sonniger gestellt werden (optimalerweise über Osten nach Süden). So gewöhnt sich die Kübelpflanze ohne Sonnenbrand an den Aufenthalt im Freien. Übrigens: Ihre Zimmerpflanzen freuen sich auch über einen Aufenthalt im sommerlichen Garten oder Balkon, wenn die Standortbedingungen stimmen und sie wie oben beschrieben abgehärtet werden.
Wieso? Weshalb? Warum? — Umtopfen
Häufig wird regelmäßig im Frühjahr umgetopft, mit dem Erfolg, dass die Kübel immer größer und schwerer werden. Das muss nicht sein! Gute Gründe, die fürs Umtopfen sprechen:
  • Die Pflanze trocknet zu schnell aus (bei normaler Wetterlage muss häufiger als an jedem dritten Tag zur Gießkanne gegriffen werden.)
  • Die Pflanze kippt bei leichtem Wind um.
In diesen Fällen ist es angeraten, einen größeren Topf zu wählen. Dieser sollte ringsherum 2 bis 5 cm Platz für frisches Substrat bieten. Das torffreie Substrat sollte mit dem oben beschriebenen Dünger angereichert werden.
Mediterrane Kübelwelten
Die Auswahl scheint fast unendlich, von blühenden und fruchtenden Zitruspflanzen, über blühende Kunstwerke, wie Paradiesvogelblume oder Zylinderputzer, bis hin zu den imposanten Blütenständen von Liebesblumen und Engelstrompeten, gibt es alles was das Herz begehrt.
Einige verhalten sich jedoch im zweiten Jahr völlig anders: Sie werden lang und blühen kaum noch (z.B. Blauer Enzianstrauch) oder aus dem „Strauch“ der Dipladenia wird plötzlich eine Kletterpflanze mit langen Ranken! Es handelt sich hier weder um Zauberei, noch um eine falsche Überwinterung. Bevor Sie die Pflanze gekauft haben, wurde in der Produktionsgärtnerei ein chemisches Mittel zum Kurzhalten der Triebe gespritzt (= chemisches Stauchen). Dieser Wirkstoff hält sich eine Kulturperiode in der Pflanze auf. Ab dem zweiten Jahr wächst sie dann in ihrer natürlichen Form weiter.
Heimische Kübelwelten
Auch alle winterharten Pflanzen können einen Kübel zieren und darin gut zur Geltung kommen. Jedoch besteht im Winter immer die Gefahr des Erfrierens. Die Kälte greift die Erde im Kübel von allen Seiten an. Die Wurzeln sind leider nicht in der Lage, gefrorenes Wasser wie ein Eis zu lutschen. So vertrocknen die Pflanzen womöglich im Winter.
Nützliche Kübelwelten
Küchenkräuter, wie Petersilie, Oregano, Rosmarin, Salbei, Knoblauch, Schnittlauch usw. eignen sich besonders gut für die Kultur im Kübel. Wenn man nicht aussäen möchte, bereitet man Kübel mit frischer, torffreier Blumenerde vor. Dann Kauft man im Lebensmittelgeschäft Kräuter in Töpfen. Diese teilt man in Tuffs aus 3 bis 5 Pflanzen und pflanzt diese in die vorbereiteten Töpfe – gießen und ein Jahr lang immer frische Kräuter ernten.
 
In Hochglanzprospekten von Versandgärtnereien werden reich fruchtende Obstgehölze für den Kübel angeboten. Da fragt man sich, funktioniert das wirklich oder war ein Bildbearbeitungsprogramm am Werk? Es funktioniert, ist aber kein Selbstgänger! Die richtige Pflege und grundlegende Kenntnisse im Schnitt von Obstgehölzen sind empfehlenswert, eigentlich schon Voraussetzung, um solche Ernten einzufahren.
Der Teich im Kübel
Wünschen Sie sich einen Teich für Ihren Garten, Balkon / Dachgarten oder ihre Terrasse? Bei Balkonen und Dachgärten bitte die Statik beachten: Ein Kübelteich mit 500 Litern Wasser, Boden, Steinen und Dekoration wiegt zusammen schnell rund 750 kg! Sie haben aber keinen ausreichenden Platz, scheuen die Arbeit oder haben Sicherheitsbedenken (Kinder könnten ertrinken!). Da ist ein Teich im Kübel genau die richtige Idee. Der Handel bietet mittlerweile eine Vielzahl an tropischen Pflanzen für einen Kübelteich an, der sich schnell erwärmt. Diese „tropischen Kleinteiche“ müssen jedoch auch warm überwintern.
Aber Achtung! Kleinkinder können auch in einem kleinen Kübelteich ertrinken!
 
Versenkte Kübel
Ein Kübel bietet nicht nur für Pflanzen ein Zuhause. Leicht ist der Boden eines Kunststoffkübels mit einer Stichsäge entfernt, ein passendes Loch im Erdreich mit gutem Wasserabzug nach unten im Beet ausgehoben und die Kübelwandung hineingestellt. In das Innere wird ein lehmiger Sand gefüllt. Fertig ist die Sandlinse. Eine ideale Ergänzung zu Ihrem Insektenhotel aus Baumscheiben, das nur von einem Drittel der heimischen Wildbienen angenommen wird. Eine Sandlinse kann auch frei (dann natürlich mit einem kompletten Kübel) auf Terrasse oder Balkon aufgestellt werden. Von den Bewohnern geht keinerlei Gefahr aus, sondern ausschließlich Nutzen für die Umwelt!
Alte und unansehnlich gewordene Kübel lassen sich leicht in eine Wurzelsperre für Pflanzen im Beet umwandeln. Bambus oder auch Pfefferminze zum Beispiel nehmen mit der Zeit mehr Platz ein, als im Gartenplan vorgesehen. Die Wandung eines Kübels hält die Ausläufer zurück.
Veröffentlicht: 01. Mai 2016
und auf der NDR Homepage
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