Unter der Kastanie - Pflanzen und mehr ...

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Unter der Kastanie

Haben Sie die Kastanie schon einmal ganz genau beobachtet? Wenn ja, dann werden Sie festgestellt haben, dass die Bäume ständig etwas fallen lassen. Klar, im Herbst fallen die Früchte und Blätter, aber dazu kommen wir später.

Im Frühjahr entwickeln sich die dicken klebrigen Knospen, sie werden dicker und dicker. Bis dann der Moment gekommen ist, an dem die braunen klebrigen Hüllblätter von den neuen Blättern und Ästen zu Boden gestoßen werden. Dort bleiben sie nicht lange liegen, sie haften leicht an Schuhsohlen und Hundepfoten fest. Nachdem sich das Blätterdach entwickelt hat, wachsen die weißen, weithin sichtbaren Blütenkerzen heran. Die Hummeln saugen den Nektar als wichtigen Energiespender für die jungen im Wachstum befindlichen Hummelvölker auf. Ganz nebenbei werden die Blüten bestäubt und die Blütenblätter beginnen zu welken. Sie werden es bereits ahnen, auch diese rieseln sachte zu Boden, wie Schnee im Sommer.

In den nun folgenden Wochen des Sommers behalten die Kastanien alles fest in ihrer Krone. In dieser Zeit reifen die Früchte heran.

An heißen Tagen ist es im Schatten der Kastanie besonders kühl. Die großen Blätter verdunsten sehr viel Wasser, man kann sagen, dass der Baum schwitzt. So kommt es, dass die Luft unter diesem Baum angenehm frisch ist.

Im Herbst geht dann alles Schlag auf Schlag. Nach dem Sturz aus der Baumkrone schlagen die stacheligen Früchte hart auf und können schon einmal bleibende Eindrücke in Form von Beulen auf Autodächern und Köpfen hinterlassen. Bei einer planmäßigen Landung auf dem Fußboden platzen die Früchte auf und die braunen Kastanien kullern heraus. Die Hüllen hinterlassen auf grauen Gehwegplatten braune Flecken, während die Früchte von Kindern, Erwachsenen und Tieren aufgesammelt werden. Tipps zur Verwendung der Früchte siehe „Ein Bad für Oma und Opa". Nachdem die Früchte den Baum verlassen haben, können nun auch die kleinen Stiele, an denen die Früchte hingen, die Baumkrone räumen. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, fallen die Blätter. Natürlich nicht in einem Stück, wie sollte es auch anders sein. Die fingerförmigen Blätter bestehen aus fünf bis sieben Einzelblättern. Jedes Blättchen fällt für sich. Blättchen für Blättchen bis alle unten sind.

Nun werden Sie sagen, reicht es aber!

Tut es jedoch nicht. Denn die Blattstiele hängen noch im Baum. Diese rieseln als Letzte in den trüben Herbsttagen aus der hohen Krone, in der sich bereits jetzt die Knospen für den nächsten Austrieb im Frühjahr bilden.

Haben Sie mitgezählt?

Wie oft fallen Pflanzenteile aus der Kastanienkrone?
Ach, da fällt mir noch der starke Ast ein. Auch er ist aus der Krone gefallen beim letzten starken Sturm im Herbst.

Verbale Verwechslungsgefahr
Sie werden beide als Kastanien bezeichnet, aber nur die Rosskastanie ist eine. Die Esskastanie oder Marone gehört zu den Buchengewächsen. Die Verwechslung führt in dem Moment zu Bauchweh, in dem man die wenig schmackhaften Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) verzehrt. Diese gelten als schwach giftig. Die Maronen oder Esskastanien (Castanea sativa) hingegen lassen sich zu leckeren Speisen verarbeiten.

Veröffentlicht:
Zeitschrift: NaturErleben 2006/2

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