Immer Ärger mit Sofie und ihren kalten Kumpanen! - Pflanzen und mehr ...

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Immer Ärger mit Sofie und ihren kalten Kumpanen!

April, April, er macht, was er will! Bei den Gärtnern lässt er die „Sommerhormone“ überströmen. Mit der Folge, dass die Gartencenter und Baumärkte gute Umsätze mit Frühlings- und Sommerblumen machen. Zuhause angekommen muss dann tapfer sortiert werden. Die Frühlingspflanzen dürfen in den Garten, die Sommerblumen benötigen noch bis zum 15. Mai den Schutz vor Sofie und ihren kalten Kumpanen.
Was sind eigentlich die Eisheiligen?
Mamertus (11.05.), Pankratius (12.05.), Servatius (13.05.), Bonifatius (13.05.), und die Kalte Sophie (15.05.). An diesen Tagen kann man ein immer wiederkehrendes Wetterphänomen beobachten: die Temperaturen sinken noch einmal deutlich ab. In den vergangenen Jahren kam es kaum zu Bodenfrost. Doch dieser ist durchaus noch möglich! Nicht selten erfrieren Sommerblumen und Gemüsepflanzen, die zu früh gepflanzt wurden und dann der Kälte ungeschützt ausgesetzt werden.
Geranien, Fuchsien, Dahlien und andere Sommerblumen
Eigentlich besagt es schon der Name „Sommerblumen“, dass der Monat April noch nicht der Richtige ist, um Balkonkästen, Tröge und Beete mit diesen Pflanzen zu bestücken. Wer trotzdem bereits Pflanzen aus dieser Gruppe im Freien platziert hat, hat ab jetzt eine besonders wichtige Aufgabe: das tägliche Studium des Wetterberichtes. Besonders an sonnigen Tagen und mit klaren Nächten, also bei Hochdruckwetterlage! Jetzt kann es in den Nächten zu Frösten kommen, die Sommerblumen unverträglich sind. Bei Hamburger Schmuddel-Wetter, mit quasi Tag und Nacht gleichen Temperaturen, ist die Gefahr nicht ganz so groß. Ist im Wetterbericht von Bodenfrost die Rede, sollten mobile Gefäße in frostfreien Räumen untergebracht werden. Dies gilt im Übrigen auch für ältere Kübelpflanzen, die sich den Winter über in temperierten Bereichen der menschlichen Behausung aufgehalten haben und jetzt zum Abhärten ins Freie gekommen sind. Die „Abhärtung“ gilt vornehmlich der Sonnenstrahlung und nicht dem Frost! Bereits ausgepflanzte Sommerblumen sollten mit Kartons und Decken geschützt werden. Dieser Schutz sollte nicht zu früh morgens entfernt werden. Die Temperatur fällt noch einmal kräftig zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs!
Unbeheizte Treibhäuser und Wintergärten
Dies ist ein idealer Ort, um Pflanzen (Gemüse und Zierpflanzen) für den Sommereinsatz vorzuziehen. Doch auch hier sollten die Nachttemperaturen im Auge behalten werden. Mein Tipp: Verwenden Sie ein MiniMax-Thermometer. Hier können Sie leicht die höchste und niedrigste Temperatur ablesen und in Relation zur Außentemperatur bringen. Sollte die Außentemperatur zu stark absinken und die Kulturen im Treibhaus in Gefahr bringen, lassen Sie einfach einige Kerzen über Nacht brennen. Die Wärmeentwicklung der Flammen ist ausreichend um ein Absinken der Temperatur in einen für die Pflanzen kritischen Bereich zu verhindern. Sie sollten jedoch auf einen ausreichenden Abstand zu entflammbaren Gegenständen achten (Feuerschutz!), es sollen ja nur die Kerzen brennen!
Dahlien, Gladiolen und andere Sommerzwiebeln bzw. –knollen
Je früher man mit dem Antreiben beginnt, desto früher — und länger — hat man etwas von den fantastischen Blüten. Fröste, die ab Mitte April eintreten, sind meist nicht mehr so intensiv, das diese in den Boden eindringen und Schaden an den Knollen/Zwiebeln anrichten. Triebe, die bereits vorwitzig aus der Erde schauen, können mit großen Tontöpfen oder aufgeschnittenen PET-Flaschen geschützt werden. Die PET-Flaschen lassen Licht durch und können gelüftet werden, indem der Verschluss tagsüber entfernt wird. Dies ist darüber hinaus auch ein wirkungsvoller Schutz gegen Schnecken, die sich sonst gern über das zarte Grün hermachen!
Knollenbegonien und Indisches Blumenrohr (Canna) sollten schleunigst getopft und an einem warmen Platz in der Wohnung oder im beheizten Wintergarten vorgetrieben werden. Mit dem Vortreiben des Indischen Blumenrohrs hätte man bereits Mitte März beginnen können.
Start in die Gemüsebeet-Saison
Im Gemüsebeet kann es deutlich vor den Eisheiligen (15. Mai) mit Säen und Pflanzen losgehen. Kälteempfindliche Pflanzen können hier leicht mit einem Vlies oder einer gelochten Vegetationsfolie abgedeckt werden. Die geraden Beete machen es leicht möglich und der Nutzgartencharakter lässt den Anblick der Folie entschuldigen. Bereits im März lassen sich Mangold, Senf, Spinat, Rote Bete, Knollensellerie und Lauch aussäen. Ebenfalls vor den Eisheiligen, jedoch erst im April warten Endivie, Kapuzinerkresse, Kartoffeln, Steckrüben, Pastinaken, Radieschen, Petersilie und andere auf den Start direkt im Freien. Anfänger im Gemüsebeet verlassen sich am besten auf die Hinweise auf den Saattüten. Eine Vorkultur im kalten Gewächshaus oder in der Wohnung ist ca. 4 Wochen vor der Freilandaussaat möglich. Das Auspflanzen ohne Schutz durch Vlies / Folie sollte jedoch erst im Mai erfolgen.

Kalte Bereiche im Garten
Nicht nur in den unterschiedlichen Hamburger Bezirken, sondern auch im eigenen Garten lassen sich unterschiedliche Temperaturen messen. Die kalten Stellen im Garten lassen sich leicht an Tagen mit Raureif oder nach leichten Schneefällen ermitteln. An Stellen, die leicht mit Raureif überzogen sind oder wo der Schnee erst später taut, ist es deutlich kälter. Diese Bereiche sind nicht für die vorzeitige Kultur von Gemüse oder der Bepflanzung mit mediterranen Pflanzen geeignet.

Hüte, Kappen und Folien aus dem Handel
Der Handel hält heute diverse Hilfsmittel für den Hobbygärtner bereit. Von der gelochten Kulturfolie bis zu Kunststoffhüten mit Mulden im Dach, die Wasser — sowohl vom Himmel als auch aus der Gießkanne — gleichmäßig auf ihren Schützling verteilen. Wichtig ist, dass der Schutz tagsüber, an sonnigen Tagen, entfernt werden muss, um eine Überhitzung zu vermeiden. Doch auch hier gibt es schon „selbstlüftende“ Folien.

Gartentagebuch mit Wetterbericht
Gern gebe ich zum Schluss noch den Tipp weiter, ein Gartentagebuch mit Wetteraufzeichnungen zu führen. Hier sollten alle Eingriffe durch den Menschen und vor allem auch ungewöhnliche Wetterkapriolen festgehalten werden. Mit diesen Aufzeichnungen sind die Gemüsekultur und auch die Gartenpflege in den nächsten Jahren leichter.
Veröffentlicht: 03. April 2016
und auf der NDR Homepage
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