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Was tun, wenn die Pflanzen jetzt im Frühherbst nicht mehr so richtig wollen?

Der Sommer ist noch nicht richtig vorbei und einige Gewächse im Garten machen schon schlapp. Doch welche Pflanzen dürfen das jetzt schon und welche Pflanzen wünschen sich unsere Unterstützung und vertragen unsere Unterstützung, um bis zum Frost noch mal richtig loszulegen?
Blühender Spätherbst
Viele der Sommerblumen im Balkonkasten, Kübel und in den Beeten sind einjährig oder einjährig gezogene Stauden. Sie kommen nach dem ersten Frost in den "Kompost-Himmel" und werden dann für die nächste Saison neu herangezogen oder gekauft. Bei diesen Pflanzen lohnt es sich häufig noch, sie mit phosphorbetontem Flüssigdünger ("Blühdünger") in wöchentlichem Abstand zu versorgen. So halten Sie die Pflanzen in Ihren bunten Kübeln und Kästen bis zu den ersten Frösten in Blühlaune. Wenn Sie die Pflanzen bei Frostgefahr über Nacht mit einer Decke oder einem Karton schützen, werden Ihre Pflanzen auch die ersten leichten Fröste überstehen.
Herbst - Die Zeit der Vorbereitung auf den Winter!
Alle Pflanzen, die im nächsten Jahr wieder den Garten, Balkon oder die Terrasse schmücken sollen, sollten im August zum letzten Mal mit Dünger versorgt werden. Hierzu gehören auch Dahlien, Knollenbegonien und das Indische Blumenrohr, von denen die Knollen überwintert werden. Ebenso Fuchsien, Geranien, und andere wertvolle mediterrane Kübelpflanzen die im Topf oder Kübel überwintert werden. Die im Dünger enthaltenen Nährstoffe "Stickstoff" und "Phosphor" regen die Pflanze zum Wachstum bzw. zur Bildung von Blüten an. Dieser Tatbestand passt absolut nicht zum Motto dieses Absatzes. Der Herbst ist der Monat der "Reife". Früchte, Holz und die Überwinterungsorgane der Pflanzen bereiten sich auf das Einlagern der Energie (Zucker und Stärke) vor. Diese Stoffe werden benötigt für einen erfolgreichen Austrieb im nächsten Jahr. Durch Düngergaben wird Wachstum (Blüten und Blattmasse) angeregt und steht im kompletten Gegensatz zum Einläuten der Ruhephase. Auch das Ausputzen von Blüten, zum Beispiel bei Rosen, regt die Pflanzen zum Wachstum an.
 Nur Pflanzen, die ungestört die Winterruhe einleiten können, haben im Winter Reserven für unvorhersehbare Wetterkapriolen. Dies gilt auch für Pflanzen, die nicht winterhart sind und geschützt im Keller oder in den Wohnräumen den Winter überdauern. Für Rasen wird eine Herbstdüngung empfohlen. Hierfür dürfen jedoch nicht die Reste aus dem Sommer (stickstoffbetonter Dünger) aufgebraucht werden, sondern es muss ein spezieller kaliumbetonter Rasendünger verwendet werden.
Tipp: Organische Dünger im Herbst streuen
Dies jedoch erst, wenn die Pflanzen die Winterruhe erreicht haben. Organische Dünger, wie zum Beispiel Hornspäne, ernähren auch die nützlichen Mikroorganismen im Boden und machen den Dünger erst pflanzenverfügbar. Bei zu niedrigen Bodentemperaturen stellen auch die Mikroorganismen ihre Aktivitäten ein und erwachen im zeitigen Frühjahr wieder, und zwar viel früher als wir denken und den organischen Dünger ausbringen.
 
Doch ein Garten ist kein Ponyhof!
Es ist nicht immer eitel Sonnenschein. Einige Pflanzen tun sich mit Schädlingen und Pilzerkrankungen wirklich schwer. Dies ist zum Teil sortenbedingt, häufig sind es auch einfach Pflegefehler oder gar mangelnde Pflege. Wie können wir jetzt im Herbst den kränkelnden Pflanzen unter die Blattachsel greifen, ohne aufputschenden Dünger zu verwenden? Doch zunächst sollten wir einmal etwas ehrlich sein und prüfen, welcher Typ Gärtner wir sind:
 
1.   Häuptling „Flotte Kanne“
Dieser Gärtner handelt das Jahr über nach dem Motto: viel hilft viel. Stimmt leider nicht. Viel Wasser, besonders am Abend, lässt die Pflanzen mit feuchten Blättern in die Nacht gehen. Eine Einladung an alle Pilzsporen, sich auf den feuchten Blättern niederzulassen und durch die Spaltöffnungen oder die Epidermis im Blatt fest zu setzen. Viel Dünger „macht“ große Pflanzen. Stimmt! ABER: sie sind auch "dick" und träge, haben eine dünne Epidermis, knicken leicht um und sind ein gefundenes Fressen für Schädlinge und Krankheiten.
 
2.   Der Jäger und Sammler
Er kann an keiner Gärtnerei vorbeigehen, ohne eine Pflanze zu erstehen, obwohl der heimische Garten schon mehr als voll ist. Ein enger Stand unterdrückt auf natürliche Weise den Unkrautwuchs – sehr schön. Aber: die Pflanzen stehen gegenseitig im Konkurrenzkampf um Licht und schieben sich hoch. Es besteht die Gefahr des Abbrechens. Nach Regenschauern und dem Bewässern trocknen die Blätter schlecht ab.
 
3.   Der General
Hier stehen die Pflanzen im Garten in Reih und Glied. Unkräuter und welke Blätter werden sofort entfernt und Schädlinge und Krankheitssymptome werden unmittelbar mit Pflanzenschutzmitteln eliminiert. Auch in diesem Garten gibt es Probleme! Das natürliche Gleichgewicht kann sich nicht einstellen und die Flut von Schädlingen nimmt kein Ende.
 
4.   Der „Traumprinz“
Die Pflanzen in unseren Gärten wünschen sich einen umsichtigen Gärtner, der entspannt abwartet, bis sich Nützlinge einstellen, die den Schädlingen das Leben schwer machen oder sie im besten Fall auffressen. Die Nützlinge benötigen im Winter eine natürliche Umgebung, in der sie Unterschlupf finden – dann sind sie im Frühjahr gleich zur Stelle. Der Traumprinz-Gärtner erkennt, dass die Sporenlager von Pilzen rechtzeitig im Herbst durch Abschneiden oder Aufharken der Blätter entfernt werden müssen. Raupen von Schmetterlingen und Engerlinge von Käfern können mit Nützlingen reduziert werden. Die Düngung für das nächste Jahr wird auf den Bedarf der Pflanzen abgestimmt. Mit organischen Mitteln wie Gesteinsmehl oder Pflanzenjauchen können die Pflanzen gestärkt und abgehärtet werden.
 
So wirken die Alternativen:
Leimringe an Obstgehölzen – Rechtzeitiges Anbringen, aber auch wieder Entfernen ist wichtig. Zum Beispiel der Frostspanner: Er begibt sich im Oktober zur Eiablage in die Baumkrone. Die Weibchen sind flugunfähig und krabbeln am Baumstamm und an Baumpfählen in die Baumkrone. Die Leimringe sollten im Dezember entfernt werden, da es auch hier zur Eiablage kommen kann. Versehen Sie auch Ziergehölze, die nicht geschädigt werden mit Leinringen, da die Tiere bei starkem Wind von einer Baumkrone zur anderen wehen / segeln können.
 
Gesteinsmehl – Anwendung ganzjährig, aktiviert im Boden die nützlichen Mikroorganismen und stärkt in der Wachstumsperiode die Epidermis der Blätter. Schädlinge und Pilze beißen sich so im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne aus. Ausbringen: im Boden einarbeiten oder über die Pflanzen stäuben.
 
Brennnesseljauche – Anwendung während der Wachstumszeit, enthält viel Stickstoff und Kalium. Wirkt gegen Blattläuse, Spinnmilben und Pilzerkrankungen. Der Kaliumanteil stärkt die Zellen. Brennnesseljauche wirkt vorbeugend und bei einsetzendem Befall.
 
Acker-Schachtelhalmjauche – Hält Mehltau und andere Pilzerkrankungen fern. Eine Ackerschachtelhalmjauchen-Kur sollte vor einem Befall die Pflanze stärken.
 
Geheim-Tipp: Aspirin: – enthält einen pflanzlichen Wirkstoff aus der Weidenrinde, der dort die Aufgabe hat, Krankheiten von dem Baum fernzuhalten. Wird eine Tablette in Wasser aufgelöst und damit die Pflanze gegossen, wird der Wirkstoff über die Wurzel aufgenommen und die behandelte Pflanze vor Pilzerkrankungen geschützt. Eine Anwendung ist eher bei Pflanzen in Gefäßen angezeigt.
Veröffentlicht: 4. September 2016
und auf der NDR Homepage
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