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September – Jetzt das blühende Frühjahr pflanzen!

Blühende Beete und Kübel lassen im Frühjahr den floral tristen Winter vergessen. Das Standard-Zwiebel-Trio aus Tulpen, Hyazinthen und Narzissen muss jetzt im Herbst in die Erde. Aber was gibt der Zwiebelmarkt noch her? Wie pflanzt man die Zwiebeln richtig? Kann man zwiebellose Stiefmütterchen schon im Herbst auf dem Balkon einquartieren?

Das Leben einer Blumenzwiebel verstehen
Blumenzwiebeln sind die Fans IHRER Jahreszeit! Die anderen Jahreszeiten „strafen" sie mit Missachtung durch Entzug. Beispiel Frühjahrsblüher: der Sommer ist ihnen zu heiß, der Herbst zu nass und der Winter zu rau. So bleibt nur das Frühjahr zum aktiven Leben. Die Laubblätter wachsen und liefern bis zum Verwelken lebenswichtige Energie. Erst für die Blüten, die für den Fortbestand ihrer Art mit der geschlechtlichen Fortpflanzung und der Fruchtreife und Ausbildung der Samen sorgen, dann für die Zwiebel, die Energie für die Vorbereitung der nächsten Wachstumsperiode und zum Überleben in der Ruhephase benötigt.
Die Faustregel beim Zwiebeln-Pflanzen
Jede Blumenzwiebel hat eine Lieblingstiefe, in der sie wachsen möchte. Dort passen Mikroorganismen, Klima, und die Länge der Blatt- und Blütenstiele zusammen. Durch die Aktivität der Wurzeln kann die Zwiebel letzte Korrekturen vornehmen. Der Gärtner sollte jedoch die richtige Tiefe schon beim Pflanzen beachten. Hier gibt es eine Faustregel: Blumenzwiebeln sollten zwei- bis dreimal so tief in die Erde, wie die Zwiebel hoch ist. Das bedeutet, dass zum Beispiel Tulpen und Narzissen nicht in die gleiche Ebene gepflanzt werden.
Das Zwiebel-Sortiment
Blumenzwiebeln erfreuen sich einer immer größer werdenden Zahl an Freunden. Bei den Schneeglöckchentagen im vergangenen Frühjahr wechselten einzelne Pflanzen schon zu Preisen im dreistelligen Bereich ihren Besitzer. Aber so viel Geld muss man nicht zur Hand nehmen, um einen zuverlässig blühenden Zwiebelgarten zu erhalten. Allerdings möchte ich auch von den Billig-Mischungen abraten, deren Blühwilligkeit und Qualität häufig zum Preis passt. Mein Tipp: Kaufen Sie sich auf Pflanzen- und Zwiebelmärkten im Herbst drei bis fünf lose Zwiebeln von Pflanzen, die Ihnen besonders gut gefallen. So können Sie prüfen ob jede einzelne Zwiebel fest ist und nicht schimmelt. Sie werden schnell merken, dass der herbstliche Zwiebelkauf zum Ritual und Sie zum Zwiebelfan werden.
Blumenzwiebeln für den Frühsommer
Mit Blumenzwiebeln wie Zierlauch, Blaue Prärielilie und den nicht anspruchslosen, aber wunderschönen Steppenkerzen lässt sich die blütenarme Zeit zwischen Frühjahrs- und Sommerflor im Garten perfekt überbrücken.
Leider ist mein Garten schon sooo voll!
Eine Blumenzwiebel passt immer! Stauden, Rosen, Sträucher lassen immer einen kleinen Platz für eine Blumenzwiebel. Auch ein Garten, der bereits voller Blumenzwiebeln steckt, bietet noch Raum. Nicht alle Zwiebeln überstehen Sommer und Winter und treiben wieder aus. Andere fallen den Wühlmäusen oder anderen unterirdischen Vegetariern zum Opfer.
Blumenzwiebeln im Rasen
Kommen perfekt zur Geltung! ABER! Beachten Sie, dass der Rasen erst wieder gemäht werden kann, wenn das Zwiebellaub komplett eingezogen ist. In dieser Zeit kann aus einer gepflegten Rasenfläche schnell eine Wiese mit vielen Gänseblümchen und Löwenzahn werden. Mein Tipp: Zwiebeln in die Beete setzen. Das einziehende Zwiebellaub wird von den sich später entwickelnden Pflanzen verdeckt.
Zwiebeln im Kübel oder Balkonkasten
Blumenzwiebeln in „mobilen Beeten" sehen fantastisch aus. Doch gibt es auch hier ein ABER!, das es zu beachten gilt. Kübel und Balkonkästen frieren in kalten Wintern komplett durch. Dann steht anders als im Beet kein Wasser für die Weiterentwicklung zur Verfügung. Oder, und dies ist noch schlimmer, durch gefrorene Erdschichten im unteren Teil des Gefäßes ist ein Wasserabzug nicht möglich. Regen und gutgemeintes Gießwasser verursachen dann Staunässe, die zu Fäulnis und zum Absterben der Blumenzwiebeln führt.
Die zwiebellosen Blüherinnen zwischen den Jahreszeiten
Stiefmütterchen sind jetzt im Herbst im Angebot der Händler auf dem Wochenmarkt und in den Gartencentern. Sie können Kübel und Balkonkästen in geschützten Lagen mit Ihren interessanten Blüten auch im Herbst und Winter verschönern. In Beeten und an nicht so geschützten Standorten tun sie sich dann im Frühjahr mit der Blüte deutlich schwerer, besonders im Vergleich zu den Pflanzen, die früh im Handel angeboten werden und den Winter im geschützten Gewächshaus verbracht haben. Probieren Sie es einfach mal aus und überraschen Ihre Besucher mit einer etwas anderen Winterdekoration. Übrigens, Sie brauchen keine Angst zu haben, dass die Pflanzen bei Frost erfrieren, Stiefmütterchen sind winterhart.
Zwiebeln auf der Fensterbank
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind im Oktober Hyazinthenzwiebeln eingetopft und unter einem spitzen Hütchen hab´ treiben lassen. Für mich war es schon damals spannend zu beobachten, wie sich die Pflanzen entwickeln. Bei der Wasserkultur in speziellen Hyazinthengläsern kann man sogar das Wurzelwachstun bewundern. Für die Zwiebeltreiberei im Zimmer fragen Sie bei Ihrem Gärtner bitte nach präparierten Zwiebeln. Die unbehandelte Zwiebel möchte lieber im Freien in die Erde gepflanzt werden.
Ebenso viel Spaß hat man auch mit den langlebigen Zwiebeln des Rittersterns, vermutlich bekannter als Amaryllis. Die Zwiebeln sind deutlich größer als die der Hyazinthe und müssen, da sie nicht winterhart sind, auch nicht besonders präpariert werden. Die Zwiebeln werden gut bis zur Hälfte in einen nicht zu kleinen Blumentopf, gern aus Ton, mit torffreier Erde gesetzt. Warum torffrei? Zum einen gehört Torf als sehr guter Co²-Speicher ins Moor, zum anderen ist das torffreie Substrat etwas schwerer und zusammen mit dem Tontopf ergibt es ein gutes Gegengewicht zu den sehr großen und schweren Blüten an den langen Stielen. Nach der Blüte treiben die ebenfalls sehr großen Blätter. Auch bei den Rittersternen müssen Sie bis Ende August an der Zwiebel bleiben, um Energie in der Zwiebel zu speichern. Dann setzt eine Ruhephase bis zum erneuten Eintopfen im Oktober oder November ein.

Veröffentlicht: 30. August 2015
und online auf der NDR Homepage

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