Juni - Der Monat der Blüten - Pflanzen und mehr ...

Pflanzen und mehr ...
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Juni - Der Monat der Blüten

Im Juni sind die Pflanzarbeiten und die Umgestaltung der Beete, Kübel und Balkonkästen abgeschlossen. Die Pflanzen sollen unsere Pläne und Vorstellungen in der Realität erfüllen.

Wird unsere Blütenkomposition aufgehen?





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Warum umgeben wir Menschen uns mit Pflanzen? Warum legen wir an unseren Häusern Gärten an? Warum besuchen wir Parks und Gärten?

Die Antwort ist banal und liegt auf der Hand: Wir lieben die faszinierenden Blüten!

Genauso groß, wie die Freude über die Blütenpracht ist, ist auch die Enttäuschung, wenn die Pflanzen unsere Erwartungshaltung nicht erfüllen und einfach nicht blühen wollen. Leider gibt es hierfür eine Vielzahl an Gründen. Heute können Sie bei den NDR 90,3 Gartentipps Ihre Fragen rund um Blüten, Knospen, Bienen und Insekten und Ihren Wünschen nach einem blühenden Paradies stellen.

Ein paar Basis-Informationen rund um die Blüte möchte ich an dieser Stelle bereits zur Verfügung stellen.

Warum und wie blühen Pflanzen? UND warum nicht?!
Blüten dienen der Arterhaltung. Sie sind der Ort, in denen sich die Geschlechtsorgane befinden. Die weiblichen Teile sind Narbe, Stempel und Fruchtknoten. Die männlichen Teile nennt man Staubbeutel, in denen sich der Blütenstaub / Pollen befindet. Als Marketingabteilung fungieren die bunten Blütenblätter, die Insekten und andere Tiere zwecks Transport der Pollen anlocken sollen. In einer extra Dependance befindet sich die Pafümerie und Zuckerküche, der Fachmann nennt diesen Ort Nektarien. Dieser Ort hält lebensnotwendige Leckereien für die Bestäuber-Tiere bereit.
Vor und während der Blüte sind auch die anderen Organe der Pflanze aktiv. Die Blätter produzieren durch Lichtaufnahme Energie und die Wurzeln saugen Wasser und darin enthaltene Nährstoffe für die Pflanze auf. Während der Wachstumsphase ist der Nährstoff "Stickstoff" besonders wichtig und wird bevorzugt aufgenommen. In der Blütenphase wird vor allem Phosphor benötigt.
Hier finden wir schon die erste Antwort auf die Frage, warum blüht meine Pflanze nicht: Die Wurzeln nehmen zu wenig Phosphor auf. Warum? Der Gärtner hat zu viel Stickstoff in den Boden eingebracht. Oder gar nicht gedüngt und der Nährstoff fehlt im Boden.
Der erste Satz beschreibt den zweiten Grund. Die Pflanze ist noch nicht in der „Pubertät" gewesen und somit noch nicht geschlechtsreif. Wir müssen ihr also noch etwas Zeit geben.
Wenn der Gärtner ins Spiel kommt …
… und die Vorbereitungen der Pflanze unterbricht. Blumenzwiebeln zum Beispiel benötigen nach der Blüte noch das Laub um die Energie in der Zwiebel wieder „aufzuladen". Ab dem Moment, in dem das Laub einzieht, beginnt in der Zwiebel die Vorbereitung auf die nächste Blüte. Schneidet der Gärtner das Laub im noch grünen Zustand ab, weil der Rasen gemäht werden „muss", ist die nächste Blüte in Gefahr.
… und beim Gehölzschnitt die Zweige mit den Blütenknospen abschneidet. Einige Gehölze (Forsythie, Mandelbäumchen, Flieder, Hortensien, …) blühen am zweijährigen Holz. Wird dieses entfernt, gibt es logischerweise keine Blüte. Diese Pflanzen müssen direkt nach der Blüte zurückgeschnitten werden.
… und es zu gut meint. Einige Pflanzen (Bauernrose, Clivie, Liebesblume) möchten nicht umgepflanzt werden. Die Bauernrose „mault" nach dem Umpflanzen bis zu 3 Jahre und „bestraft" den Umpflanzer mit Blütenentzug. Auch Clivie und Liebesblume quittieren den Entzug des Wurzeldrucks mit Blühfaulheit.
Auf die richtige Pflanzenauswahl und den richtigen Standort kommt es an!
Nicht alle Pflanzen fühlen sich an jedem Standort wohl. Beispiele:
Eine Pflanze, die in der Natur nur im Schatten vorkommt, möchte nicht in der Sonnen stehen und andersherum.
Eine Pflanze, die trockenen Boden vorzieht möchte nicht permanent in nasser Erde wachsen und andersherum.
Eine Pflanze, die sauren Boden bevorzugt, wird sich bei einem neutralen pH-Wert nicht wohlfühlen und andersherum.
So gibt es noch viele weitere Faktoren: Kälte / Wärme, Ruhephase, ….
Gute Blüten – schlechte Blüten?
Wir Menschen sind nicht allein auf der Welt. Tiere, Pilze und Pflanzen leben gleichberechtig mit uns auf Mutter Erde. Leider geraten die Abhängigkeiten zwischen den vier Gruppen immer mehr in Vergessenheit. Keine dieser Gruppen kann ohne die anderen existieren.
Gern holen wir Menschen uns Pflanzen aus anderen Klimaten in unsere Gärten. Zum Beispiel die Forsythie, die es sogar zur phänologischen Zeigerpflanze gebracht hat, mit der aber bei uns kein Insekt etwas anfangen kann.
Gern kreuzen wir Pflanzen so lange miteinander, bis wir allein nicht mehr lebensfähige Kreaturen geschaffen haben. Hierzu zählen Pflanzen mit gefüllten Blüten. Staubgefäße und Stempel werden in die Marketingabteilung versetzt, mit fatalen Folgen. Es sind geschlechtslose Pflanzen entstanden die sich ausschließlich durch menschliche Hilfe am Leben erhalten. Die Insekten gehen wieder leer aus!
Das ist nicht schlimm? Versuchen sie einmal, sich für nur eine Woche mit Produkten zu ernähren, die ohne Hilfe von Insekten entstanden sind. Kein Problem? Ich denke, Sie werden es nicht durchhalten. Der Hunger wird Sie den Versuch abbrechen lassen. Gern möchte die Industrie mehr genetisch veränderte Pflanzen in den Umlauf bringen. Aber möchten unsere Partner, die Tiere, Pflanzen und Pilze, dies auch?

Resümee: Alle natürlich entstandenen Blüten, die von Insekten besucht oder vom Wind bestäubt werden und Früchte heranwachsen lassen und an Ort und Stelle von der Tierwelt akzeptiert werden, sind gute Blüten in unseren Gärten.
Warten an der falschen Stelle!
Nicht alle Pflanzen können blühen, auch wenn sie sich noch so wohlfühlen. Farne, Baumfarne, Mose, Bärlappe und Schachtelhalme sind entwicklungsgeschichtlich vor den Blütenpflanzen entstanden. Diese vermehren sich über Sporen und werden NIE blühen!

Veröffentlicht: 14. Mai 2015
und online auf der NDR Homepage

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