Bewässerung von Topf- und Kübelpflanzen - Pflanzen und mehr ...

Pflanzen und mehr ...
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Bewässerung von Topf- und Kübelpflanzen

Erfolgreiches Pflanzenwachstum hängt von vielen Faktoren ab. Die Wichtigsten sind hier kurz notiert:
• Licht
• Temperatur
• Erde / Substrat • Nährstoffversorgung
• Wasserversorgung.
Den letzten Punkt der Liste wollen wir im Folgenden einmal näher betrachten.
Die richtige Wasserversorgung oder das richtige Gießen der Pflanzen gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Gärtnerns. Es bereitet nicht nur den Hobbygärtnern Probleme. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren die zu bewerten sind, bevor eine Pflanze begossen wird.
Standort 1: schattig, halbschattig, sonnig
Eine Pflanze, die den ganzen Tag in der Sonne steht, trocknet schneller aus und benötigt häufiger Wassergaben, als eine Pflanze, die einen schattigen Standort hat. Nicht nur die Wasseraufnahme der Pflanze an einem sonnigen Standort ist höher, sondern auch die Wassermenge die verdunstet.
Standort 2: im Beet ausgepflanzt oder in einem Gefäß
Wurzeln der Pflanzen, die in einem Beet ausgepflanzt sind, haben die Möglichkeit in tiefere und somit feuchtere Zonen zu wachsen. Diese Möglichkeit an Wasser zu gelangen, scheidet bei Töpfen, Schalen, Ampeln, Trögen und Kübeln aus. Im Folgenden betrachten wir ausschließlich Pflanzen, die in Gefäßen wachsen.
Größe der Gefäße im Verhältnis zur Größe der Pflanzen.
Ist der Topf zu klein, muss häufiger gegossen werden. Ist der Topf zu groß und von der Pflanze noch nicht durchwurzelt, besteht die Gefahr des Wasserüberschusses und die Wurzeln ersticken. (hierzu später mehr)
Erde / Substrat
Sand, Kompost, Torf oder Tonerde speichern unterschiedliche Mengen an Wasser. Zum Beispiel trocknet ein sandiger Boden viel schneller aus als ein schwerer Tonboden.
Gefäß 1 - Ton oder Kunststoff.
Durch porösen Ton kann Wasser an die Umgebungsluft verdunsten. Dies wird häufig durch unschöne Kalk- und Wassersteinablagerungen an den Töpfern sichtbar. Der Wasserbedarf ist höher als bei Kunststofftöpfen, bei denen nur Wasser über die Erdoberfläche verdunsten kann. Jedoch heizen sich schwarze Kunststofftöpfe stärker auf. Dies führt zu einer stärkeren Verdunstung und in einigen Fällen auch zu Wurzelschädigungen.
Gefäß 2 - Wasserabzug und Drainage.
Es ist grundsätzlich wichtig, dass alle Gefäße, in denen Pflanzen kultiviert werden, mit Abzugslöchern für überschüssiges Wasser ausgestattet sind. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen, zum Beispiel bei Sumpfpflanzen und Reis sowie bei Hydrokulturgefäßen. Die besten Wasserabzugslöcher nützen nichts, wenn der Topf auf einem Untersetzer oder in einem Übertopf steht und sich dort das Wasser staut. Etwa 30 Minuten nach dem Gießen ist das überschüssige Wasser auszugießen.
Wuchsform der Pflanzen: Typ Trichter oder Typ Regenschirm.
Typ Trichter: Auf die Wuchsform ist besonders bei Pflanzen im Freien, die dem natürlichen Niederschlag ausgesetzt sind zu achten. Einige Pflanzen können mit ihren Blättern Wasser auffangen und am Stamm entlang laufen lassen. So gelangt das Wasser unmittelbar in den Topf/Kübel.
Typ Regenschirm: Die Blätter leiten das Wasser nach außen ab. Wie bei unseren heimischen Laubbäumen. So tropft das Wasser neben den Topf/Kübel auf den Boden und steht der Pflanze nicht zur Verfügung.
Wer viel gießt, bekommt faule und faulende Pflanzen!
Häufig hört man, dass nach dem Kalender gegossen wird. Jeden Montag bekommen alle Pflanzen einen ordentlichen Schuss Wasser. Unabhängig davon, ob das Substrat noch feucht ist oder nicht. Frei nach dem Motto: Die Pflanze ist schon groß und wird sich das Wasser gefälligst selbst einteilen können. Dabei wird häufig vergessen, dass auch die Wurzeln Luft zum Atmen benötigen. Diese steht aber in einem nassen Substrat nicht zur Verfügung, da alle Poren mit Wasser gefüllt sind. Erst wenn die Pflanze Wasser verbraucht und ein Teil des Wassers verdunstet ist, füllen sich die Poren wieder mit Luft. In einem ständig nassen Substrat beginnen die Wurzeln zu verfaulen - dies ist mit der Nase leicht feststellbar, wenn man den Wurzelballen aus dem Topf nimmt.
Für schlappende Pflanzen gibt es vier Ursachen
Die Blätter hängen - der Topfballen ist schwer und nass.
Die Blätter hängen, obwohl der Topfballen nass ist. Dis ist ein sicheres Anzeichen für eine bereits länger anhaltende Vernässung des Topfballens. Wenn der Topf entfernt wird, riecht die Erde faul und moderich. Die Wurzeln sind durch die ständige Nässe verfault - quasi „ertrunken“. Um die Pflanze zu retten, hilft nur absolute Trockenheit. Stellen Sie die Pflanze ohne Topf auf einen Stoss aus Zeitungspapier, dieser saugt schnell das überschüssige Wasser aus dem Topfballen. In dem abgetrockneten Substrat hat die Pflanze eine gewisse Chance neue Wurzeln zu bilden.
Die Blätter hängen - der Topfballen ist feucht.
Im fortgeschrittenen Zustand fällt die Pflanze aus dem Topf. Der Grund können die Larven des Dickmaulrüsslers seid. Diese fressen die Wurzeln der Topfpflanzen auf. Ohne Wurzeln kann die Pflanze bekanntlich kein Wasser aufnehmen und vertrocknet. Befallene Pflanzen umgehend mit dem Restmüll entsorgen. Die verblieben Pflanzen sollten vorbeugend mit parasitären Nematoden behandelt werden.
Die Blätter hängen - nachdem gedüngt wurde.
Pflanzen sollten in den Sommermonaten wöchentlich gedüngt werden. Wichtig ist, dass die Dosierungsanweisungen in der Packungsbeilage genau beachtet werden. Ein zu viel an Nährstoffen — sprich eine Überdüngung — kann fatale Folgen haben. Salze versuchen, sich ständig zu verdünnen und nehmen hierfür Wasser auf. Klumpiges Salz im Salzstreuer kennt jeder. Durch eine höhere Salzkonzentration in der Pflanze saugen die Wurzeln Wasser auf (Osmose). Erfolgen zu hohe Düngergaben wird das Wasser, das sich bereits in der Pflanze befand wieder zurück in den Boden gesogen und steht der Pflanze nicht mehr zur Verfügung (Exosmose). Bei einer starken Überdüngung verbrennen sogar die Wurzelspitzen. Gegenmaßnahme: Die Salzkonzentration im Substrat / in der Erde muss mit Wasser von außen verdünnt werden. Mit anderen Worten: der Wurzelbereich muss mit sauberem Wasser gespült werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass grundsätzlich nur Pflanzen mit einem feuchten Topfballen gedüngt werden.
Die Blätter hängen - der Topfballen ist leicht und trocken.
Dieses Symptom ist leicht zu beheben und die meisten Pflanzen nehmen Ihnen diesen Zustand, solange er noch nicht zu lange anhält, nicht übel. Geben Sie Ihrer Pflanze einen ordentlichen Schuss Wasser (ohne Dünger). Überschüssiges Wasser bitte nach rund 30 Minuten abgießen. Und nach einigen Stunden erstrahlt Ihre Pflanze wieder in der gewohnten Pracht.
Die goldene Regel des richtigen Gießens:
Ein wechselnder Wasserstand ist die beste Luftpumpe für den Boden.
Tipp
Kübelpflanzen, die an warmen Sommertagen viel Wasser benötigen, sollten einen Untersetzer erhalten, der durchlaufendes Wasser auffängt. Ständiges „durchspülen“ reduziert den Nährstoffvorrat in der Erde. Der Untersetzer sollte jedoch während einer „Regenzeit“ entfernt werden.

Veröffentlicht: 12. Juli 2007
Tipps und Trends - NDR Fernsehen
und Online auf der NDR Homepage   

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü