Vermehrung durch Aussaat - Pflanzen und mehr ...

Pflanzen und mehr ...
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Vermehrung durch Aussaat

Saat ist nicht gleich Saat. Pflanzen leben in vielen unterschiedlichen Lebensräumen mit ganz verschieden Bedingungen. Die Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution angepasst. Dieser Anpassungsprozess hat unterschiedliche Abläufe für die Keimung zur Folge. Das heißt, der Gärtner muss, um Pflanzen erfolgreich zu vermehren, die Bedingungen aus der Natur künstlich nachstellen.
Man unterscheidet folgende Arten der Keimung:
“Normal”-Keimer: Die Saat wird nicht zu eng auf dem Substrat (Erde) verteilt. Anschließend wird die Saat in Saatkornstärke mit Substrat übergesiebt. Die Saatkiste wird angegossen und bei 20 - 23 Grad aufgestellt.
Lichtkeimer benötigen zur gleichmäßigen Keimung die Einwirkung von Sonnenlicht. Bei der Aussaat von Lichtkeimern geht man zunächst wie bei den Normalkeimern vor. Stattdessen deckt man das Aussaatgefäß mit einer Glasscheibe ab. Zwischen Substrat und Scheibe sollte ein Zentimeter Luft sein. Die Glasscheibe verhindert das Austrocknen der meist sehr feinen Saatkörner.
Dunkelkeimer: Bei dieser Gruppe ist die Einwirkung von Sonnenlicht schädlich für den Prozess der Keimung. Die Saatkörner werden etwa ein Zentimeter stark mit Substrat abgedeckt. Zusätzlich sollte man eine lichtundurchlässige Folie oder Platte über das Aussaatgefäß legen.
Kühl/Kaltkeimer: Diese Pflanzen benötigen Temperaturen zwischen 4 und 0 Grad bzw. Pflanzen aus der Familie der Hahnenfußgewächse Temperaturen zwischen 0 und -4 Grad. Ablauf der Aussaat: Die Saat wird zunächst wie Normalkeimer behandelt, nach etwa vier Wochen bei 18 bis 20 Grad werden die Saatgefäße für weitere vier Wochen kalt (im Kühlschrank oder im Freien) aufgestellt. Nach der Kühlperiode wird die Saat langsam wärmer gestellt, bis 18 bis 20 Grad erreicht sind. Jetzt endlich sollte die Keimung erfolgen. Diese Gruppe von Pflanzen lassen sich nur sehr schwer per Saat vermehren. Gartenfreunde, die nicht auf diese Pflanzen verzichten möchten, sollten fertige Gewächse in der Gärtnerei kaufen.
Pikieren
Nach erfolgter Keimung werden die Saatgefäße 3 bis 5 Grad kühler aufgestellt. Jetzt müssen die Sämlinge genau beobachtet werden. Recken sich die Keimlinge stark in die Höhe, muss der Mensch noch eingreifen. Alle Planzenteile unter den beiden Keimblättern gehören anatomisch gesehen zur Wurzel und haben somit keine Stützfunktion. Recken sich die Keimblätter kräftig in die Höhe droht zwangsläufig das "Umkippen" der Sämlinge und das Aus für das weitere Wachstum der Pflanzen. Damit es nicht soweit kommt, müssen die Sämlinge pikiert (vereinzelt) werden.

Hierfür löst man die Sämlinge mit einem Pikierstab vorsichtig aus dem Substrat. In einem zweiten mit Substrat gefülltem Gefäß werden die Sämlinge eingesetzt. Die Keimblätter sollten auf dem Substrat aufliegen. Verwenden Sie für diese Tätigkeit bitte auf keinen Fall eine Pinzette. Auch wenn die Sämlinge noch so zart sind. Mit der Pinzette zerdrücken Sie viel zu leicht die empfindlichen Pflänzchen. Nach dem Pikieren werden die Pflanzen angegossen, um einen Anschluss des Substrates an die Wurzeln zu erreichen. Nach etwa vier Wochen können die Pflanzen gestutzt werden. Nach weiteren zwei Wochen werden die Jungpflanzen einzeln in Töpfe gesetzt.
Wenn Sie bis jetzt keinen Fehler gemacht haben, steht der Blütenpracht nichts mehr im Wege.

Veröffentlicht: 25. Januar 2007
Tipps und Trends - NDR Fernsehen
und Online auf der NDR Homepage   

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü